Besuch der Dachauer KZ-Gedenkstätte angekündigt

"Nachtwölfe": Bundespolizei kontrollierte Sympathisanten

München - Wirbel um die "Nachtwölfe": Bei der Polizeikontrolle auf der A8 handelte es sich nicht um Mitglieder des russischen Motorradclubs. Ob die Biker wie angekündigt die KZ-Gedenkstätte in Dachau besuchen, ist offen.

Bei den nach Bayern eingereisten „Nachtwölfen“ handelt es sich nach Auskunft der Bundespolizei nicht um Mitglieder des kremlnahen russischen Motorradclubs. Keine der zehn an der Autobahn Salzburg-München (A8) nahe Bad Aibling kontrollierten Personen sei Vollmitglied der „Nachtwölfe“, sagte ein Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München. Es handle sich vielmehr um Familienangehörige oder Sympathisanten, darunter ein Österreicher. Dabei handelt es sich offenbar um den russischen Generalkonsul aus Wien. Die Bundesregierung hatte die „Siegestour“ des Motorradclubs zum 70. Jahrestag des Kriegsendes in Deutschland kritisiert.

Nach den Angaben der Bundespolizei gehören zu der zehnköpfigen Gruppe auch zwei Kinder. Alle am Sonntag an der A8 kontrollierten Personen hätten für die Einreise gültige Papiere gehabt. Dies treffe auch für eine Frau zu, die ebenfalls am Sonntag bei der Einreise auf dem Münchner Flughafen kontrolliert wurde. Auch dabei handelt es sich nach Mitteilung des Polizeisprechers um eine Familienangehörige der „Nachtwölfe“.

Der Beamte wies Kritik des Motorradclubs zurück, die Frau sei unverhältnismäßig lange kontrolliert worden. Nach seinen Angaben liegen der Bundespolizei keine Erkenntnisse vor, dass sich weitere Sympathisanten der „Nachtwölfe“ in Bayern aufhalten. Für andere Bundesländer könne er dies aber nicht ausschließen.

Ein Sprecher des Clubs kündigte an, dass die Gruppe am Montag die KZ-Gedenkstätte Dachau besuchen wollte. Die Tour der Rocker soll am 9. Mai in Berlin enden. An dem Tag begeht Russland den Tag des Sieges über Hitlerdeutschland. Die „Nachtwölfe“, deren Präsident Alexander Saldostanow mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundet ist, unterstützen Positionen prorussischer Kräfte in der Ukraine.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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