Biker kündigen Besuch in KZ-Gedenkstätte an

"Nachtwölfe" in Bayern: Wirbel um Polizeikontrolle

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Alexander Zaldostanow, der Präsident des russischen Motoradclubs "Night Wolves" (Nachtwölfe) nimmt am 31.05.2014 an einer Tour des Clubs in Moskau, Russland, anlässlich des 25jährigen Gründungsjubiläums teil.

München - Die "Nachtwölfe" sind offenbar unterwegs zur KZ-Gedenkstätte Dachau. Inzwischen ist der russische Motorradclub in München angekommen. Zuvor wurde eine russische Gruppe auf der Autobahn von der Polizei angehalten.

Mitglieder des kremlnahen russischen Motorradclubs "Nachtwölfe" sind auf ihrer von der Bundesregierung kritisierten "Siegestour" zum 70. Jahrestag des Kriegsendes in Deutschland eingetroffen. Nach einem Stopp in München wollen sie am Montag die KZ-Gedenkstätte Dachau besuchen, wie ein Sprecher ankündigte. Das bestätigte auch der Sprecher des Bayerischen Innenministeriums, Oliver Platzer, gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Wir haben ebenfalls die Information, dass sie morgen (Montag) nach Dachau wollen." Angeblich ist der Besuch mit der Leitung der Gedenkstätte abgestimmt.

Die "Nachtwölfe" sind nach eigenen Angaben etwa 50 Kilometer vor München auf der Autobahn von der Polizei angehalten worden. Die rund 30 Beamten, auch mit Hunden, hätten ungefähr zwei Stunden lang die Dokumente kontrolliert, sagte der Sprecher der Gruppe, Alexander Schapowalow, am Sonntagabend der Agentur Tass. Die Biker seien in Autos unterwegs gewesen, in denen auch russische Diplomaten saßen.

Die Bundespolizei dementiert

Thomas Mozdzynski, Pressesprecher der Bundespolizei, dementierte die Gerüchte über eine Polizeikontrolle der Biker.

Bei dem am Sonntag in Bad Aibling kontrollierten Konvoi von 10 Personen, bestehend aus einem Österreicher und neun russischen Staatsangehörigen, handelte es sich laut Mozdzynski nicht um Anhänger der "Nachtwölfe".Vielmehr soll es sich um die Einreise des russischen Konsuls gehandelt haben, wie rosenheim24.de berichtet. Ein Kamerateam begleitete den Konvoi.

"Die zehn Personen hatten alle ein gültiges Visum. Nach unseren Informationen waren unter ihnen auch keine Vollmitglieder der Nachtwölfe", erklärt Mozdzynski. Die kontrollierten Personen durften ihre Reise fortsetzen.

Zu einer weiteren Kontrolle kam es laut Mozdzynsiki am Flughafen München: Eine russische Frau, die offenbar mit den "Nachtwölfen" in Verbindung steht, war in München gelandet. "Es handelte sich um eine Familienangehörige", so Mozdzynski. Die Frau durfte einreisen.

Über München nach Berlin

Gut eine Woche nach dem Start ihrer Tour von Moskau nach Berlin waren erste Mitglieder der Vereinigung am Sonntagabend mit ihren Maschinen in Bayern eingereist. Eine kleine Gruppe passierte von Wien kommend den deutsch-österreichischen Grenzübergang Bad Reichenhall, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Es handle sich um „grob geschätzt zehn Personen“. Gegenüber der "Bild" gab ein Sprecher der Polizei außerdem an, dass die Bundespolizei die "Nachtwölfe" schließlich bis zu ihrer Unterkunft nach München begleitet hat. 

In der Landeshauptstadt wollen die Biker nach Informationen der "Bild"-Zeitung Schweinshax'n essen und Bier trinken. Außerdem planen sie wohl einen Besuch im BMW-Museum.

Die Tour der Rocker soll am 9. Mai in Berlin enden - an dem Tag begeht Russland den Tag des Sieges über Hitlerdeutschland. Mehrere EU-Staaten hatten das Projekt auch im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt kritisiert. Die Gruppe, deren Präsident Alexander Saldostanow mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundet ist, unterstützt massiv Position prorussischer Kräfte in der Ukraine.

Mindestens drei Rocker wurden am Flughafen in Berlin-Schönefeld abgewiesen

Polen hatte "Nachtwölfe" an der Grenze die Einreise verweigert. Deutschland hatte erklärt, die Tour leiste „keinen Beitrag zur Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen“, und die Visa einiger Biker annulliert. Mindestens drei Rocker wurden am Flughafen in Berlin-Schönefeld abgewiesen. Der Kreml protestierte dagegen und forderte von der Bundesregierung eine Erklärung.

Dank offener Grenzen in der EU waren einige Rocker von der Slowakei aus nach Österreich gefahren. In Wien legten am Samstag Mitglieder der "Nachtwölfe" gemeinsam mit dem russischen Botschafter einen Kranz vor dem Heldendenkmal der Roten Armee nieder.

dpa

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