Jetzt kann der Sommer kommen!

Nacktbaden: Neue Verordnung für FKKler an der Isar

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Nackerte Sonnenanbeter bekommen eine neue Badeverordnung.

München - Das Rathaus beschäftigt sich diese Woche mit vier sonnigen München-Themen. Eines davon ist eine Verordnung, die das Nacktbaden an der Isar neu regeln soll. So will die Stadt den FKK-Wahnsinn verhindern.

Das Thermometer klettert auf 21 Grad Celsius – und die Stadt macht sich locker: Die Münchner feiern draußen bald bis Mitternacht und fiebern noch länger bei der Fußball-WM mit, die Sonnenanbeter lupfen Bikinis und Badehosen in den Nacktbadezonen an der Isar, die Kids freuen sich auf BMX und Motocross im Olympiapark und die Pedalritter schmieren die Ketten und prüfen, wie radlfreundlich München wirklich ist. Diese Themen beschäftigen das Rathaus in dieser Woche. Da kann der Sommer aber kommen!

DAC

Nacktbaden

Runter mit den Klamotten! München war ja einmal die Hauptstadt der Nackerten – keine Stadtrundfahrt kam ohne verschämte Blicke im Englischen Garten aus. Mittlerweile bekommen die Hosenlosen sogar eine eigene Verordnung.

Hier sehen Sie, wo man an der Isar nackt baden gehen darf (zum Vergrößern bitte hier klicken)

Der Chef des Kreisverwaltungsreferats, Wilfried Blume-Beyerle, schlägt dem Stadtrat eine offizielle "Badekleidungsverordnung" vor. Bislang hat der Freistaat den Freundinnen und Freunden der Freikörperkultur vorgeschrieben, wo die Reißverschlüsse und Blusenknöpfe geschlossen zu bleiben haben. Die bayerische Verordnung ist aber zum Ende der Saison 2013 ausgelaufen – jetzt müssen die Städte und Gemeinden das schamlose Treiben in die Schranken weisen. "Sonst wäre Baden ohne Badekleidung künftig stadtweit erlaubt", folgert der KVR-Chef. Und das wäre ja der nackte Wahnsinn …

Künftig soll es also ein grundsätzliches Verbot geben und davon wie bisher fünf Ausnahmen: Entlang der Isar dürfen sich die Münchnerinnen und Münchner an fünf Stellen zeigen, wie der liebe Gott sie schuf. Aber Vorsicht: Die Sonne brennt schon ganz schön – Busen und Bauch ordentlich eincremen!

Feiern bis 24 Uhr

Lange draußen sitzen – heute soll München italienischer werden.

Seit Monaten diskutieren die Nachbarn und die Bezirksausschüsse streiten – jetzt entscheidet das Rathaus: Die Münchner sollen in Kneipen und Wirtschaften bald bis Mitternacht draußen sitzen und feiern dürfen! Heute stimmt der Stadtrat über den Vorstoß von Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle ab. Und da sich die OB-Kandidaten aller Farben bei der tz-Podiumsdiskussion vor der Wahl einig waren und die größtmögliche Feier-Fraktion bildeten, sollte die Zustimmung Formsache sein – auch wenn sich der Stadtrat zum vorletzten Mal in alter Formation trifft.

Blume-Beyerle lockert schon mal den Krawattenknoten und schwärmt vom „Lebensgefühl der nördlichsten Stadt Italiens“ – mahnt aber auch, dass die „Ordnung des Stadtbilds“ erhalten bleiben soll. Darum will er in der Testphase von Juni bis August an Freitagen und Samstagen die Öffnung der Freischankflächen bis Mitternacht ermöglichen. Gleichzeitig warnt er die Wirte: Wer seine Gäste nicht im Griff hat und Lärmmessungen über den Grenzwerten liegen, verliert seine Duldung von bisher 23 Uhr und muss draußen um 22 Uhr die Tische zusammenklappen!

Dazu sollen weitere Lockerungen kommen: Im Einzelfall will das KVR auch Freischankflächen erlauben, wenn statt bislang 1,60 nur 1,30 Meter Durchgang frei bleiben. Für Weihnachtsdeko soll keine Gebühr mehr berechnet werden. Und die Vorschriften, wie etwa Sonnenschirme und Pflanzenkübel auszusehen haben, sollen entfallen.

Unternehmens- und Wirteverbände ärgern sich allerdings, dass die Freischank-Gebühren steigen – im Einzelfall bis zur Vervierfachung. Das KVR kontert: Die Kosten von höchstens 77 Euro pro Quadratmeter im ganzen Jahr seien im bundesweiten Vergleich immer noch günstig.

Radeln

Das Radl ist bei den Münchnern als Fortbewegungsmittel hoch im Kurs.

München tritt in Sachen Radlfahren in die Pedale. Zum Start der Saison will die Stadt Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) werden. Gestern tagte die Kommission, die über die Aufnahme entscheidet. Sie hatte im Vorfeld wenig auszusetzen. Lediglich etwa beim Wegweisersystem für Radlfahrer gebe es noch Luft nach oben. Trotzdem: „Ich denke, wir haben alle Kriterien gut erfüllt“, so Bernadette Felsch vom Büro des 3. Bürgermeisters Hep Monatzeder. Dazu gehören etwa fahrradfreundliche Straßen und Wege, Radstationen, für Radler befahrbare Einbahnstraßen oder auch ein richtiger Winterdienstplan für sämtliche Wege. Bei einer gemeinsamen Radltour hat sich die Kommission ein Bild von der „Radlhauptstadt“ gemacht. Ob’s tatsächlich für das Siegel fahrradfreundliche Kommune reicht, ist noch offen.

X-Games

Die fliegenden Radler kommen wieder!

Die X-Games sind tot, es lebe Munich Mash! Nachdem der Sportsender ESPN das Aus der Olympischen Spiele der Extremsportler im Olympiapark verkündet hat, lässt die Stadt jetzt selbst die Motorräder und Radl fliegen: Von 18. bis 20. Juli kommt Munich Mash in den Olympiapark. Über dem Olympiasee heben die Motocrosser von Red Bull ab, am Stadion die Mountainbiker und im Eisstadion die BMX-Cracks. Außerdem soll die „Munich Beast Tour“ der Münchner Skateboard-Fahrer integriert werden. Der Stadtrat soll 100.000 Euro zuschießen.

Sommer in München

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