Dieses Foto ist eine Sensation

Die Nackte in Hitlers Münchner Badewanne

+
Das Haus am Prinzregentenplatz.

München - Dem ehemaligen Haus von Adolf Hitler wird in der neuen Chronik des Polizeipräsidiums München ein spannendes Kapitel gewidmet.

Im Herbst des Jahres 1929 tauschte ein gewisser Kunstmaler und Schriftsteller namens Adolf Hitler sein möbliertes Zimmer in der Thierschstraße 41 gegen eine großbürgerliche Neunzimmerwohnung im Hause des Holzkohlehändlers Hugo Schühle in der Prinzregentenstraße 14. Die Miete für die fast 400 Quadratmeter große Wohnung betrug 4176 Reichsmark. Nur zwei Jahre später wurde dort Hitlers Halbnichte Angela „Geli“ Raubal erschossen aufgefunden. Sie hatte zur Untermiete bei Hitler gewohnt.

Man ging zunächst von Selbstmord aus. Weitere Ermittlungen verliefen im Sande. In dem geschichtsträchtigen Haus ist heute die Bogenhausener Polizeiinspektion 22 untergebracht. Die Hitler-Wohnung im zweiten Stock stand bei der Übernahme durch die Polizeiinspektion im Jahr 1998 leer. Nur Böden, Decken und Wände entsprachen dem ursprünglichen Zustand, weil sie unter Denkmalschutz stehen. Das Inventar verschwand nach dem Krieg. 1950 tauchten Teile wieder auf, als eine Haushälterin Hitlers persönliche Wertsachen zum Kauf anbot.

Diesem Haus und weiteren heute noch existierenden Münchner Polizeigebäuden mit zum Teil kuriosen und historisch interessanten Geschichten ist in der neuen Chronik des Polizeipräsidiums München (erschienen im Hirschkäfer Verlag, 19,99 Euro) ebenfalls ein spannendes Kapitel gewidmet:

Dorita Plange 

Frau Lee im Führer-Bad

Dieses Foto ist eine kleine Sensation: Es zeigt die amerikanische Militärfotografin Lee Miller, die mit der Rainbow Division am 1. Mai 1945 in Hitlers Wohnung in der Prinzregentenstraße ankam. Die Fotografin nutzte die Gunst der Stunde und gönnte sich ein Bad in Führers Badewanne. Das gesamte Interieur samt Vorleger und Waschlappen stammt wohl aus Hitlers Besitz. Ob er mit seinem Bild auf dem Badewannenrand badete oder ob dies ein Scherz der Amerikaner war, ist nicht überliefert.

Wie die McGraw-Kaserne entstand

Das Gelände zwischen Stadelheimer Straße und Tegernseer Landstraße hat eine wechselvolle Geschichte: Rastplatz für Fuhrleute, Maschinenfabrik, Waisenhaus, NS-Zeugmeisterei. 1945 beschlagnahmten die Amerikaner das Gelände und benannten es nach dem tapferen Gefreiten Francis X. McGraw. In der gesperrten Siedlung lebten 8000 Amerikaner. Nach dem Abzug 1992 zogen verschiedene Polizeidienststellen (wie z. B. die Verkehrspolizei) in das wuchtige Hauptgebäude ein.

Geheimnisse der Altstadt-PI 11

Wo heute die Altstadt-PI 11 steht, umflossen im Mittelalter Stadtbäche eine Insel. Am Einschüttbach entsorgten die „Abort-Räumer“ gewisse Hinterlassenschaften. Der Bach fließt heute noch unter der PI11, die 2012 saniert wurde. Dabei kamen ein Grabstein, eine Marmorkugel und eine sehr alte Bierfllasche zum Vorschein.

Ein Kleinod: Die Villa Hoeßlin

Von ganz besonders schöner Architektur innen wie außen ist die Nymphenburger Villa Hoeßlin in der ­Romanstraße 13, in der bis vor einigen Jahren die Polizeidirektion München-West und nun der sogenannte Einsatzabschnitt West der Polizei untergebracht ist. Friedrich von Thiersch plante um 1900 das Wohnhaus im Auftrag des Arztes Dr. Rudolf von Hoeßlin im Stile eines italienischen Landhauses. 1945 traf es eine Brandbombe. Die Bogen-Loggia und die blauen Profileinziehungen am Dach gingen dabei für immer verloren.

Die Geschichte des Polizeipräsidiums

Auf dem Klostergelände neben der Augustinerkirche errichtete der Architekt Theodor Fischer 1910 das Polizeipräsidium nebst 27 Dienstwohnungen, Postamt und elektrischer Unterstation. Die Farbe des Gebäudes wird heute noch Theodor-Fischer-Grün genannt, die Höfe wurden in Rot, Gelb und Grün gestrichen. Den Treppenerker zur Löwengrube zierten zur Warnung die Fresken von sechs Todsünden, die leider nur noch in Rudimenten erhalten und zum Schutze abgedeckt worden sind.

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?

Kommentare