„Es war für mich eine logische Konsequenz“

Nächster Stadtrat wechselt die Partei: Wolfgang Zeilnhofer geht von Hut zu Mut 

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Nimmt den Hut: Stadtrat Wolfgang Zeilnhofer.

Und wieder wechselt ein Münchner Stadtrat die Partei: Wolfgang Zeilnhofer (58), Mit-Initiator der Wählergruppe HUT, ist Mitglied der Partei mut, die 2017 von der ehemaligen Grünen-Landtagsabgeordneten Claudia Stamm gegründet wurde. Mit unserer Zeitung sprach der gelernte Metallbauer und Sozialpädagoge Zeilnhofer über seinen Wechsel und die Ambitionen für die Zukunft.

Herr Zeilnhofer, wenn ein Stadtrat zuletzt die Partei gewechselt hat, war er in 80 Prozent der Fälle bei der Bayernpartei gelandet. War das für Sie kein Thema?

(lacht) Nein, da sind wir verkehrs- und gesellschaftspolitisch viel zu weit auseinander. Das ist unüberbrückbar.

Sie sind im Stadtrat Mitglied einer Fraktionsgemeinschaft mit der FDP, warum haben Sie nicht dort eine politisch Heimat gefunden?

Dafür sind wir zu verschieden – gerade in den Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Mitglied könnte ich bei der FDP nicht werden. Aber um etwas bewirken zu können, muss man in einer Fraktion sein, und da läuft es sehr gut, ich habe in den vergangenen Jahren sehr viel über Politik gelernt. Und ich hatte bei meinen Themen, Soziales und am Schluss auch Gesundheit, freie Hand.

Von HUT zu mut, das klingt schon naheliegend, da tauschen Sie nur einen Buchstaben aus. Das war der Hauptgrund

(lacht). Nein, im Ernst. Es war für mich eine logische Konsequenz aus der Entwicklung der vergangenen drei Jahren. Ich war Gründer und Vorstand der Wählergruppe HUT, ich habe den Wahlkampf 2014 alleine finanziert. Ich war lange Einzelkämpfer, und ich habe einen Beruf und eine Familie. Das alles plus politisches Mandat, das wird einfach zu viel. Ich hatte zwischenzeitlich mal versucht, den Vorsitz abzugeben, das ist aber gründlich in die Hose gegangen, weil derjenige dann nach Berlin gezogen ist. Ich möchte weiter politisch arbeiten, und das will ich mit mut tun.

Was wollen Sie politisch bewegen?

Ich habe schon einiges angestoßen. Ich arbeite im Drogennotdienst L43 und in der Notschlafstelle. Die vorgeschlagenen Konsumräume habe ich angestoßen. Ich war damit zweimal bei der CSU, die haben es dann kurz vor der Landtagswahl selbst beantragt. Aber das war mir recht, denn das Thema bekommt dann mehr Gewicht. Und wir haben noch große Defizite beim Thema „Pflege“. Auch das müssen wir angehen.

Dann gibt es noch die großen Themen, Mieten und Verkehr.

Ja, ich bin eindringlich dafür, dass wir sowohl den S-Bahn Nordring als auch den Südring bekommen – ganz dringend, da muss man massiv dahinter sein. Auch der Fahrradverkehr muss auf sichere und attraktive Wege kommen und dabei sollten auch über die bestehenden Hauptverkehrswege hinaus gedacht werden. Und ich begreife bei der Radwege-Diskussion gerade nicht, dass wir da ständig wegen derselben Straßen debattieren.

Wie läuft das bei mut, werden Sie von einer Delegiertenversammlung für den Stadtrat aufgestellt? Wer kandidiert da noch?

Natürlich stellen mich die Mitglieder von mut auf – als Basisentscheidung. Bisher bekannt ist, dass das Vorstandsmitglied Malu Kunst und Eva Apfl, die in der Community aktiv ist, auf einem aussichtsreichen Platz kandidieren wollen, und mut stellt ja paritätisch auf. Ich hoffe sehr, dass mir dort mein Engagement und meine Erfahrung im Stadtrat zugute kommen, und dass ich mit meinen Themen überzeugen kann.

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