So baut die MVG ihr Angebot bis 2021 aus

Exklusiv: Geheimplan für Bus und Tram in München

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Diverse neue Express-Bus-Linien könnten es für die vielen Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in München einfacher machen.

München beherbergt immer mehr Menschen. Was plant die MVG, um den wachsenden Anforderungen an den Münchner Nahverkehr gerecht zu werden? Wir stellen die Pläne für Tram, Bus und U-Bahn vor.

München - Mit jedem neuen Münchner wächst der Druck auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) baut jedes Jahr das Angebot aus, um der Nachfrage gerecht zu werden. Zudem gibt es Planungen und Ideen für den Ausbau des Tram- und Busnetzes bis 2021. Und auch bei der U-Bahn soll sich etwas tun. Die tz hat exklusiv einen Einblick erhalten in den Geheimplan der MVG! Unter anderem könnten bald mehr Züge bei der Tram fahren, und ferner gibt es die Idee für ein Express-Bus-Netz für München. Wir zeigen hier, welche Projekte anstehen:

Ein Netz aus Express-Bussen

Die MVG feilt an einem eigenen Netz aus Express-Bus-Linien. Ausgangspunkt sind die bereits bestehenden Linien sowie die neuen, die jetzt  eingerichtet werden, etwa die X 50 von Moosach zur Studentenstadt und die X 80 von Moosach nach Puchheim. 

Ein neuer Expressring aus zwei Linien könnte ab Ende 2019 entstehen. Der Süd-Halbring (Arbeitstitel: X 30) würde Romanplatz, Hirschgarten, Harras, Ostbahnhof und Arabellapark verbinden und dort auf den Nord-Halbring (Arbeitstitel: X 40) treffen, der zwischen Aidenbachstraße, Heimeranplatz, Donnersbergerbrücke, Ackermannstraße, Bonner Platz und Arabellapark pendeln könnte. 

Obendrein gibt es ein Konzept aus vier Express-Bus-Linien für den Münchner Norden, das schon ab 2020 greifen könnte. So würde die X 50 von Pasing über Moosach und den Frankfurter Ring zur Studentenstadt führen, die X 60 über Am Hart, Frankfurter Ring ins östliches Stadtgebiet. Ferner ist eine Linie X 70 angedacht, die den U-Bahnhalt Am Hart über den Frankfurter Ring mit dem nördlichen Stadtgebiet verbinden soll. Die X 80 könnte zudem von Puchheim über Moosach und den Frankfurter Ring nach Am Hart verlängert werden. 

Auch für den Münchner Süden gibt es die Idee für einen Ringschluss aus Expressbussen, die 2021 umgesetzt werden könnte. Das Grobkonzept sieht eine Linie mit dem Arbeitstitel X 20 vor, die die Parkstadt Solln mit dem Candidplatz, dem Ostbahnhof (Ost) und der Messestadt verbinden könnte. Die Linie X 25 würde über Großhadern, Harras und Candidplatz bis Neuperlach Süd führen, die Linie X 35 soll Fürstenried West, den Candidplatz, Neuperlach und Waldperlach verknüpfen. MVG-Sprecher Matthias Korte zu den Plänen: „Voraussetzung für ein Expressbusnetz sind zum Beispiel der Ausbau von Busspuren und zusätzliche Haltestellen insbesondere an den Knotenpunkten. Nur so wäre gewährleistet, dass die Busse an die Qualitätsstandards des Schienenverkehrs heranreichen und damit die beabsichtigte Entlastungswirkung entfalten können.“ Fix sei noch nix.

Neue Trambahn-Linien

Das Münchner Tram-Angebot soll bis 2021 mit optimierten Linienverknüpfungen und zusätzlichen Verstärkerlinien aufwarten.

Die Tram soll bis 2021 mit optimierten Linienverknüpfungen und zusätzlichen Verstärkerlinien aufwarten. Möglich wäre eine dritte Linie (Arbeitstitel: Tram 14) zur Taktverdichtung auf der Arnulfstraße zwischen Romanplatz und Hauptbahnhof. Ferner ist eine dritte Linie (Tram 29) auf der Landsberger Straße, zwischen Willibaldplatz und Hauptbahnhof angedacht. Zudem könnte auf der Barer Straße eine zusätzliche Linie (Tram 26) eingerichtet werden und den Stachus mit dem Kurfürstenplatz verbinden. All diese Maßnahmen hätten zur Folge, dass alle drei oder vier Minuten eine Tram fahren würde. Bisher gilt ein Fünf-Minuten-Takt. 

Zudem denkt die MVG über eine zweite Linie (Tram 28) zur Taktverdichtung (fünf statt zehn Minuten) zwischen Sendlinger Tor und Schwanseestraße nach. Eine weitere Idee ist, die Linie 20 bis zum Sendlinger Tor zu verlängern. Voraussetzung für das neue Tramnetz ist laut MVG eine neue Gleisverbindung zwischen Arnulfstraße und Prielmayerstraße sowie ein Durchstich am nördlichen Bahnhofplatz. Geplant ist die neue Trasse 2020.

Alle News: Münchner S-Bahn-Ticker zu Störungen

MVG-Sprecher Matthias Korte: „Das sind Gedankenspiele, nichts ist in Stein gemeißelt. Nichts ist entschieden.“ Abhängig sei der Ausbau des Tram- und auch des Busnetzes von der Verfügbarkeit neuer Fahrzeuge und auch des Personals. „Wenn sich herausstellt, dass wir durch Förderung mehr Geld erhalten, können wir schon früher in die Beschaffung größerer Tramzüge einsteigen“, sagte Korte im tz-Gespräch. „Dann könnten wir diese auch eher einsetzen und uns vielleicht eine weitere Linie sparen.“

Und das ist der U-Bahn-Plan

Das grobe Ziel heißt: einheitlicher 5-Minuten-Takt im Gesamtnetz bis 2021. Das heißt: Alle Strecken werden tagsüber mindestens alle fünf Minuten bedient. Den Anfang macht die U2. Sie wird ab Mitte 2018 die erste Linie sein, die den ganzen Tag über zwischen Harthof und Messestadt Ost mindestens im Fünf-Minuten-Takt verkehrt, an Schultagen ebenso wie auch in den Ferien.

Maßnahme für weniger volle U-Bahnen: Alle Strecken werden tagsüber mindestens alle fünf Minuten bedient.

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