Tierpark-Drama

Nashornbaby ist tot: Es lebte nur 62 Stunden

+
Starb wenige Tage nach seiner Geburt: Das Panzernashornbaby, das im Tierpark Hellabrunn erst vor kurzem zur Welt kam.

München - Große Trauer im Tierpark Hellabrunn: Tierärzte und -Pfleger haben den Kampf um das Leben des vor wenigen Tagen geborenen Panzernashornbabys verloren.

Die freundlichen braunen Augen: Nie wieder werden sie unsere Welt sehen. In der Nacht zum Dienstag um 3.32 Uhr ist das Hellabrunner Panzernashorn-Baby gestorben. Gerade mal 62 Stunden nach der Geburt – die Ursache ist unklar. Tierpark-Chef Andreas Knieriem sagt: „Ich bin wahnsinnig traurig. Gerade auf dieses genetisch sehr wertvolle und vom Aussterben bedrohte Tier haben wir uns besonders gefreut.“

Knieriem hatte zuletzt eine Reihe schlimmer Nachrichten verarbeiten müssen. Erst im Juli war Affen-Dame Püppi im Wassergraben ertrunken, zuvor waren die Minifanten Jamuna Toni und Lola gestorben. Der kleine Nashorn-Bulle, dessen Herz jetzt nicht mehr schlägt: Er starb ohne Namen.

Das Tierpark-Drama um den kleinen Dickhäuter kam völlig überraschend. Knieriem: „Der Verlauf der Schwangerschaft und der Geburt waren ganz normal.“ Der kleine Bulle war am Samstagnachmittag (Tag des Nashorns!) zur Welt gekommen. Keine Anzeichen für Probleme, der Kleine trank gut bei Mama Rapti. Mit ihren 23 Jahren ist sie zwar nicht mehr die Jüngste, aber trotzdem, so Knieriem, nicht zu alt für eine Schwangerschaft.

Am Montagvormittag ging es dem kleinen Bullen aber auf einmal richtig schlecht. Er wollte nur noch schlafen, die Körpertemperatur sank, der Herzschlag spielte verrückt. Knieriem: „Wir haben schärfste Sicherheitsmaßnahmen getroffen, zum Beispiel gab es Video-Überwachung. Es war Tag und Nacht jemand zur Beobachtung anwesend.“ Am Ende hat das alles nicht geholfen, auch Antibiotika und Aufwärm-Versuche blieben ohne Wirkung. Knieriem vermutet, dass das Nashorn einen Infekt hatte, es folgt aber jetzt noch eine genauere Untersuchung.

Über die schlimme Serie unter anderem mit den zwei toten Minifanten sagt der Tierpark-Chef: „Das ist Zufall.“

Jetzt soll endlich das Glück zurückkehren nach Hellabrunn. Wenn die Untersuchung ergibt, dass Rapti gesund ist, soll’s einen weiteren Nachwuchs-Versuch geben.

M. Arendt

Zoo-Tragödien: Tigerbabys, Püppi, Jamuna & Lola

Tigerbabys verstossen

Vor sechs Jahren sind gleich vier sibirische Tigerbabys kurz hintereinander gestorben. Drei sind verhungert, weil die Mutter sie nicht annahm, ein viertes Tier ertrank. Die Tigerin hatte zuvor schon Nachwuchs. Ihre erneute Schwangerschaft war vom Tierparkpersonal nicht bemerkt worden.

Affe Püppi ertrinkt

Vor den Augen vieler Besucher ertrank heuer im Juli Schimpansin Püppi (19) im Wassergraben des Affengeheges. Warum das Tier über einen 1,50 m hohen Elektro-Trennzaun ins Wasser sprang, ist bis heute unklar.

Arme, kranke Elefanten

2010 starb Jamuna Toni. Das Elefanten-Kind litt an der Glasknochenkrankheit. Experten stellten bei ihr 60 Knochenbrüche fest. Heuer im Januar dann das nächste Drama im ­Elefantenhaus, als die kleine Lola an einer Lun­genembolie starb. Sie hatte einen ange­borenen Herzfehler.

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Nach Stau auf der Stammstrecke - Lage normalisiert sich wieder
S-Bahn: Nach Stau auf der Stammstrecke - Lage normalisiert sich wieder
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ

Kommentare