Festnahme am Freitag

Natallias Mörder wohl bei Dresden gefasst

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Jurij Sch.(44) wurde am Freitag offenbar in der Nähe von Dresden festgenommen. Der Russe steht unter dem Tatverdacht, die Bardame Natallia G. (35) im Nachtclub Kapitol erstochen zu haben.

Dresden - Die Polizei hat am Freitag offenbar Jurij Sch. (44) gefasst, der unter dem Tatverdacht steht, die Bardame Natallia G. (35) im Münchner Nachtclub Kapitol erstochen zu haben.

Die Jagd nach Natallias mutmaßlichem Mörder: Sie hat drei Tage gedauert. Am Freitagmittag nahmen Zielfahnder bei Dresden einen Verdächtigen fest. Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Gesuchten Jurij S. (44) handelt. Die Identifikation sei aber noch nicht ganz abgeschlossen. Nach tz-Informationen hatte die Polizei den Verdächtigen über das Auto aufgespürt, in dem er unterwegs war. Der Pkw soll angeblich einem Bekannten von S. gehören. Die Polizei vermutete, dass S. in diesem Auto geflohen war, und fahndete bundesweit danach. Bei einer Kontrolle in Sachsen fiel das Fahrzeug auf – Festnahme! Noch am Freitag flogen Ermittler der Münchner Mordkommission nach Dresden, um den Mann zu vernehmen.

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Jenen Mann, der Anfang der 90er-Jahre nach München gekommen war und der nach tz-Informationen immer wieder Probleme mit der Polizei hatte. 1991 war er aus Russland desertiert. Eine Rückkehr in seine Heimat war daher ausgeschlossen. Der gelernte Schlosser ging in Deutschland offenbar nie einer geregelten Tätigkeit nach. Von 1991 bis 2006 saß S. insgesamt fünf Haftstrafen wegen Diebstählen und Körperverletzungen ab, weitere zwei wurden zur Bewährung ausgesetzt. Wegen eines versuchten Messermordes im Jahr 2006 wurde S. zu neun Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, von denen er vier Jahre im Gefängnis absaß.

Danach wurde Jurij in die Psychiatrie verlegt, in der er wegen massiver Alkoholprobleme eine Entzugs-Therapie absolvierte. In den vergangenen Wochen hatte S. öfter Freigang bekommen. In dieser freien Zeit hielt er sich auch mehrfach im Kapitol auf, wo Natallia arbeitete.

"Er war krankhaft eifersüchtig"

Mit Natallia war Jurij auch im Zirkus oder im Kino. Ihre Freundschaft muss er aber falsch verstanden haben. Natallias Schwester Olga: „Er sagte zu ihr: ,Du gehörst mir.‘ Er hat Natalie als seinen Besitz gesehen.“ Olgas Mann Kurt P. ergänzt: „Als sie mit ihm im Zirkus war, hat er kein einziges Mal auf die Vorstellung, sondern nur auf Natallia geschaut, ob sie Männer begrüßt oder mit ihnen flirtet. Er war in meinen Augen krankhaft eifersüchtig.“ Dabei habe Natallia ihm stets erklärt, dass sie bereits eine Familie habe und nichts von ihm wolle.

Natallia sei eine durchsetzungsfähige Frau gewesen, die sich gegen Begehrlichkeiten der Männer zu wehren gewusst habe. Als sie mit Jurij alleine war, habe sich Natallia offensichtlich sicher gefühlt, ist Olga überzeugt. „Sonst wäre sie niemals alleine mit ihm geblieben.“

lay

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