Naturschützer fordern: Biker raus aus Isarauen!

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An Wochenenden fahren bis zu 1000 Biker pro Tag auf den Isartrails und hinterlassen dabei Spuren in der Natur (Foto rechts). Der Bund Naturschutz fordert eine Sperrung der Pfade für Radler

München - Sie sind ein Paradies für Münchens Mountainbiker: die unzähligen Pfade und Weglein zwischen Tierpark und Wolfratshausen, im Bikerjargon „Isartrails“ genannt. Ändert sich das bald?

Denn die Isarauen und das Hochufer sind auch ein Naturparadies und Landschaftsschutzgebiet. Deshalb fordern nun der Bund Naturschutz (BN) und andere Vereine: Sperrt die Isartrails für Mountainbiker!

Für kommenden Dienstag planen der BN, der Landesbund für Vogelschutz und der Isartalverein eine symbolische Blockade der Isartrails südlich des Tierparks Hellabrunn. „Während Wanderer in dem hoch empfindlichen Naturraum in der Regel keine Schäden anrichten, sind Mountainbiker mit ihren technisch hochgerüsteten Sportgeräten zu einem ernst zu nehmenden Problem geworden“, mahnt der BN. „Sie fahren oft abseits der befestigten Wege. Immer mehr wilde ‚Isartrails‘ durchziehen die empfindliche Krautschicht und die erosions­gefährdeten Hänge.“ Fazit des BN: „Die Natur droht dauerhaft Schaden zu nehmen.“

Der Streit um die „Isartrails“ ist nicht neu. Als die Behörden vor zwei Jahren die Sprungschanzen im Grünwalder Bombenkrater platt machten, wurde auch schon über die „Isartrails“ diskutiert. Landrätin Johanna Rumschöttel wies darauf hin, dass gemäß bayerischem Waldgesetz „das Radfahren abseits geeigneter Wege“ verboten sei. Da hakt Thomas Kleinjohann von der Deutschen Initiative Mountainbike ein: „Auch ein Pfad ist grundsätzlich zum Biken geeignet“, sagt er zur tz. „Wir fahren ja nicht quer über die Wiese, sondern auf bereits bestehenden Wegen.“ Das Landratsamt und die Stadt München konnten gestern keine Stellungnahme abgeben. Laut BN-Mitteilung „fehlt offenbar an höherer Stelle der ­politische Wille, die Flut der Mountainbiker einzudämmen“. Und der BN legt nach: „Das Isartal ist kein Funpark für Mountainbiker!“

Wolfgang Trautenberg von der Mountainbikegruppe der Alpenvereinssektion München schätzt, dass an Wochenendtagen bis zu 1000 Radler auf den „Isartrails“ unterwegs sind. „Eine Sperrung wäre eine Katastrophe“, sagt er zur tz. „Und es ist ja nicht im Sinne des Umweltschutzes, wenn sich die Biker künftig erst ins Auto setzen müssen, ehe sie losradeln können.“ Sein Kompromissvorschlag: An beiden Isarufern mindestens je einen Pfad offiziell als Mountainbiketrail ausweisen, dann könnten andere Bereiche geschont werden. „Das funktioniert am Georgenstein schon hervorragend“, so Trautenberg.

Ingo Wilhelm

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