Nazi-Aufmarsch nervt München

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Der Nazi-Aufmarsch nervt München.

München - Keiner will ihn. Doch zu verhindern ist er nun mal nicht. Und so brechen an diesem Samstag (13. November) zum dritten Mal in Folge die rechtsex­tremen „Freien Nationalisten München“ wieder zu ihrem „Heldengedenkmarsch“ auf.

 Und nerven damit eine ganze Stadt. Denn in der Innenstadt wird es in der Umgebung des Zugwegs zu Staus im Autoverkehr und auch bei Bus und Tram kommen. Zeitgleich formieren sich auch verschiedene Gegendemonstrationen mit voraussichtlich Tausenden Menschen.

Rund 1800 Polizisten aus Bayern, Hessen und Berlin werden am Samstag im Einsatz sein. Denn Einsatzleiter Robert Kopp – Vizepräsident der Münchner Polizei – rechnet mit „einem sehr emotionalen Einsatz, den wir gelassen, aber konsequent begleiten werden“. Den rund 800 erwarteten Linksextremisten (darunter bis zu 600 Autonome) kündigte Kopp im Falle von Randaleversuchen „eine niedrige Einschreitschwelle an“ und bat alle anderen, „sich nicht ­anstecken oder anstiften zu lassen zu eventuellen Gewalttätigkeiten“.

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

Bis zu 400 angemeldete Neonazis sammeln sich ab 12 Uhr am Isartorplatz und ziehen von dort ab 14 Uhr über die Zweibrückenstraße und dann an der Isar entlang zur Prinzregentenstraße. Die Abschlusskundgebung ist um 17 Uhr an der Staatskanzlei (Franz-Josef-Strauß-Ring).

Etwa zeitgleich ziehen die Linksex­tremisten vom Platz der Opfer des Nationalsozialismus über den Altstadtring in Richtung Viktualienmarkt und durchs Tal zum Max-II-Denkmal (Maximilianstraße). Gewalttätige Aktionen schließt die Polizei dabei nicht aus.

Völlig friedlich versammelt sich der Verein „Gesellige Toleranz in Bayern“ ab 11 Uhr am Marienplatz und zieht ab 11.45 Uhr über Rindermarkt und Ober­anger zum Sendlinger-Tor-Platz (Kundgebung) und wieder zurück. Auch das Münchner Bündnis ruft zur Teilnahme an der Kund­gebung auf. Im Nussbaumpark findet von 12 bis 16 Uhr das Kulturfest "München ist bunt" statt. Die Polizei bittet alle Innenstadt-Besucher, mit U- und S-Bahn zu fahren. Autofahrer sollten die Innenstadt und den Isarring zwischen Cornelius- und Luitpoldbrücke weiträumig umfahren. Auch die Tram-Linien 17, 18 und 19 werden nur eingeschränkt fahren. Entlang der Zug­wege hat die Polizei Halteverbote erlassen. Bis Samstag 7 Uhr müssen alle Autos entfernt werden, Danachwird abgeschleppt.

Das rät der Einzelhandel

Viele Münchner fragen sich angesichts des für Samstag angekündigten Nazi-Aufmarsches: Soll ich die Innenstadt meiden – oder kann ich wie sonst durch die Läden bummeln? Wolfgang Fischer, Vorsitzender des Einzelhandelverbands CityPartner, gibt Entwarnung: „Wir erwarten im Stadtzentrum keine großen Beeinträchtigungen. Wer bummeln gehen will, wird von dem Aufmarsch nicht viel mitbekommen – der Zug läuft schließlich nicht durch die Fußgängerzone.“

Die Strecke vom Isartor über die Luitpoldbrücke zur Staatskanzlei sei unproblematisch und störe den Verkehr in der Fußgängerzone kaum. Die Zufahrten zu den Parkhäusern seien offen, und auch im S-Bahn- und U-Bahn-Netz werde es keine Beeinträchtigungen geben. „Uns ist nicht bange“, erklärt Wolfgang Fischer.

„Wir haben hier in München professionelle Ordnungsbehörden und ein professionelles Polizeipräsidium, die so eine Veranstaltung locker und sicher abwickeln.“ Wer für Samstag eine Shoppingtour durch die Innenstadt plane, solle den also bedenkenlos in Angriff nehmen. Fischer: „Das Wetter soll super werden – ziehen Sie los!“

DoP

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