Staatsanwaltschaft ermittelt

Nazi-Eklat um Münchner Radio-Moderatorin

München - Mit einem schlimmen Fehltritt on air hat eine Münchner Radio-Moderatorin riesige Aufregung verursacht. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Riesen-Aufregung um eine Münchner Radio-Moderatorin! Am Samstagmorgen vorvergangener Woche sinnierte die 39-Jährige in ihrer Sendung über das herrliche Wetter und tröstete all diejenigen, die gerade schuften mussten. Allerdings mit einem Spruch, der ihr jetzt den Job kosten kann. Das berichtet der BR.

„Macht Euch nichts draus“, sagte die Moderatorin sinngemäß und fügte hinzu: „Arbeit macht frei.“ Ausgerechnet die Parole, die an den Eingängen zu Konzentrationslagern prangte! Eine Ärztefamilie aus dem Münchner Umland fand die Bemerkung alles andere als witzig und rief beim Sender an. Eine Radio-Mitarbeiterin soll ihr allerdings nur lapidar entgegnet haben: „Nehmen Sie es doch mit Humor. Wir haben das doch schon auf unserer Facebook-Seite richtig gestellt.“

So einfach wollte sich die Ärztin jedoch nicht abwimmeln lassen – und erstattete Strafantrag! „Wir haben ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet“, sagt Peter Preuß, Sprecher der Staatsanwaltschaft München I. Dazu sei mindestens eine Anzeige eingegangen. Aus der der Sicht der Anklagebehörde stellt das Zitat im Kontext einer humorvoll moderierten Sendung eine Verharmlosung der NS-Gewalttaten dar und erfülle so den Tatbestand der Volksverhetzung.

Beim Sender sind die Untersuchungen offenbar schon weiter fortgeschritten: Auf der Homepage ist das Porträt der 39-Jährigen in der Liste der Moderatoren seit ein paar Tagen jedenfalls verschwunden.

Rubriklistenbild: © dapd

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