tz hilft bei Mietfragen

Gelten Nebenkosten auch für den Balkon?

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München - Ein tz-Leser will wissen, ob auch für seinen Balkon oder eine Loggia Warmwasser- und Heizkosten anfallen. Unsere Experten des Mietervereins klären auf: 

Werden bei den Nebenkosten pro Quadratmeter durchgehend die Quadratmeterzahlen ohne Balkone/Loggien zugrunde gelegt oder werden diese „Außenflächen“ zu 1/4 oder 1/2 mit einbezogen? Eigentlich dürften logischerweise doch bei den Heiz-und Warmwasserkosten zum Beispiel die Balkonflächen nicht mit einbezogen werden, oder? Welche sogenannten „Außenflächen“ werden bei den Quadratmeterpreisen laut Mietspiegel einbezogen und mit welchen Anteilen?

Jürgen Gollmann, München

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

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Antwort:

Balkone oder Terrassen werden grundsätzlich zur Wohnfläche gezählt, sagt Anja Franz, Sprecherin des Mietervereins. Das bedeutet, dass diese Fläche auch der Betriebskostenabrechnung zugrunde gelegt wird. Zu den Betriebskosten zählt man die verbrauchsunabhängigen Kosten, wie Hausmeister, Grundsteuer, Versicherungen und ähnliches. Anders ist es bei der Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung. Da darf nur die beheizbare Wohnfläche, also ohne Balkone oder Terrassen, berechnet werden. Die Grundfläche wird dagegen folgendermaßen berechnet:

Die Grundfläche von Räumen – dazu können auch Hobbyräume gehören – mit einer lichten Höhe von mindestens zwei Metern werden vollständig angerechnet (bei einer lichten Höhe von mindestens einem Meter und weniger als zwei Metern zur Hälfte, unter einem Meter gar nicht)

Die Grundflächen von unbeheizbaren Wintergärten, Schwimmbädern und ähnlichen nach allen Seiten geschlossenen Räumen sind zur Hälfte anzurechnen.

Die Ermittlung der Grundfläche von Balkonen, Loggien, Dachgärten und gedeckten Freisitzen hängt mangels vertraglicher Regelung vom Vertragsbeginn ab. Es kommt also wieder einmal auf den Einzelfall an, sagt Mietervereinssprecherin Anja Franz.

Bei Mietverträgen, die bis Ende 2003 abgeschlossen worden sind, gelten die Regeln der II. Berechnungsverordnung. Danach dürfen diese Flächen bis zur Hälfte angerechnet werden, ohne dass es auf die Lage oder Nutzbarkeit ankommt.

Bei Verträgen, die ab Januar 2004 abgeschlossen wurden, gilt die Wohnflächenverordnung; danach sind die genannten Flächen in der Regel zu einem Viertel, höchstens aber zur Hälfte anzurechnen. Hier können also Lage und Nutzbarkeit einer Rolle spielen.

Bitte ­richten Sie Ihre Fragen (plus Telefonnummer für Rückfragen) an die Mietervereins-Vorsitzende Beatrix Zurek (r.) und ihre Kollegin Anja Franz: Stichwort „tz-Leser fragen die Mieterpräsidentin“, per Post an die Lokalredaktion, 80282 München, per Fax an 089/5306 567 oder per ­Mail an: lokales@tz.de.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine ausführliche Einzelfallberatung vornehmen können.

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