Nebenkosten: Jede zweite Abrechnung stimmt nicht

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Jede zweite Abrechnung ist falsch

München - Die Betriebskostenabrechnungen stehen an - und laut Mieterverein ist jede zweite davon falsch. Auf einige Punkte sollten Mieter besonders achten.

Es ist wieder so weit: Die Betriebskostenabrechnungen für das vergangene Jahr flattern ins Haus. Oft bedeutet das, dass die Mieter wieder einmal kräftig zur Kasse gebeten werden. Sie müssen nicht nur Nachzahlungen für das vergangene Jahr, sondern auch noch erhöhte Vorauszahlungen für das laufende Jahr 2011 leisten. „ Jede zweite Betriebskostenabrechnung in München ist falsch“, stellt Beatrix Zurek, Vorsitzende des Mietervereins München fest. „Im Grunde muss jede Abrechnung von einem Profi überprüft werden, bevor sie bezahlt wird.“

Das Wichtigste ist zunächst ein Blick in den Mietvertrag. Hier ist geregelt, ob der Mieter überhaupt Betriebskosten bezahlen muss und wenn ja, welche. Oft findet sich hier lediglich ein Verweis auf die Anlage 3 zu § 27 II BV. In dieser Vorschrift sind alle 17 Betriebskostenarten aufgeführt. Alle Kosten in der Betriebskostenabrechnung, die nicht im Mietvertrag oder in Anlage 3 zu § 27 II BV vermerkt sind, dürfen auch nicht auf den Mieter umgelegt werden. Das sind etwa Verwaltungs- oder Reparaturkosten.

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Betriebskosten werden definiert als „Kosten, die dem Eigentümer…laufend entstehen“. Nicht darunter fallen also Kosten, die einmalig entstehen. Ein häufiger Streitpunkt sind beispielsweise die Kosten für Baumfällarbeiten, für die Anschaffung von Gartengeräten oder für deren Reparatur. Die Vermieter verstecken häufig diese nicht umlegbaren Kosten bei den allgemeinen Hausmeister- oder Gartenpflegekosten. Hier empfiehlt sich eine Überprüfung der zugrunde liegenden Verträge. „Oft wissen die Vermieter selbst nicht, was sie umlegen dürfen und was nicht. Deshalb müssen die Vermieter aufgefordert werden, genau darzulegen, welche Kosten sie auf die Mieter abwälzen“, so Beatrix Zurek. Laut Gesetz hat der Vermieter ein Jahr Zeit, die jeweilige Betriebskostenabrechnung vorzulegen. Wenn er zu spät dran ist, muss der Mieter überhaupt keine Nachzahlung mehr leisten. Das bedeutet also, dass heuer nur die Abrechnungen für 2010 relevant sind, Abrechnungen aus den Vorjahren sind bereits verjährt. „Die Abrechnungsfrist schafft für die Mieter eine gewisse Rechtssicherheit. Nach einem Jahr muss der Mieter nicht mehr mit Nachzahlungen rechnen, Guthaben müssen allerdings schon noch ausbezahlt werden“, versichert Zurek.

tz

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