"Alle drauf, der soll verrecken!"

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Philipp Hasselbach.

München - Münchens bekanntester Neonazi Philipp Hasselbach steht mal wieder vor Gericht. Dabei spielt der 23-Jährige mal wieder das Unschuldslamm.

 München - In der Münchner Neonazi-Szene ist Philipp Hasselbach (23) eine Größe. Der Lagerist war NPD-Kandidat für den Bundestag und spielte zeitweise Sprachrohr des rechtsextremen Stadtrats Karl Richter.

Seit Mai schnuppert er Knast-Luft und am Dienstag spielte er das Unschuldslamm auf der Anklagebank. Gefährliche Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch wirft die Staatsanwaltschaft dem mehrfach vorbestraften Nazi vor. Nach einer Demo am 8. Mai war die Clique um Hasselbach im Kunstpark Ost einfallen, der Alkohol floss in Strömen. Dann gab’s Zoff.

Denn Hasselbachs Ex-Freundin, die ihn zuvor aus der Wohnung geschmissen hatte, war auch da. Zu ihr hielten die beiden Musiker „Flex“ und „Mops“ (auch aktiv in der rechten Szene). Man bespuckte sich gegenseitig, die Bagage flog raus. Draußen trafen die verfeindeten Gruppen wieder aufeinander. Matthias („Mops“) bekam eine Bierflasche auf den Schädel und blutete ganz furchtbar. Diese Tat legt die Anklage Hasselbach zur Last.

Doch am Dienstag zeigte sich, was echte Nazi-Kameradschaft ist: Der mit angeklagte Franz S. (21) nahm die Tat auf seine Kappe: „Ich habe mit der Flasche zugeschlagen.“ Quasi als Nothilfe, behauptet er: „Ich wollte dem Phillipp nur helfen.“ Der hatte wohl die Hilfe nicht nötig, denn hinter ihm stand die ganze Gruppe, die er laut Anklage anfeuerte: „Alle drauf, der soll verrecken!“

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

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Pech für Hasselbach, dass die Polizei schnell zur Stelle war. Pech auch, dass seine Ex-Freundin ihn wegen häuslicher Auseinandersetzungen ebenfalls anzeigte. In einem Brief aus dem Knast heraus (er wusste, dass dieser gelesen wird) beleidigte er auch noch eine Staatsanwältin auf übelste Weise. Er unterschrieb mit „88“, ein Szene-Code für „Heil Hitler“. Hasselbach redet sich raus: „Ich hatte einen Blackout.“ Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

ebu.

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