Umbruch in der Szene

Bei Münchens Neonazis tobt ein Machtkampf

München - Die Lage ist unübersichtlich in Münchens Neonazi-Szene: Führungspersonen sind untereinander zerstritten, neu gegründete Parteien rangeln um Einfluss. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Münchner Stadtrat.

Es war natürlich kein Zufall, dass die Runde aus Münchner Neonazis ausgerechnet am 20. April in einer Gaststätte in Berg am Laim zusammenkam. Es war der 125. Geburtstag Adolf Hitlers. In einem Hinterzimmer der „Corso-Stubn“ an der Einsteinstraße fanden sich am Ostersonntag laut Polizei rund 20 Rechtsextreme ein. Laut Münchner Merkur sangen sie zuerst alle drei Strophen des Deutschlandslieds und das „Treuelied“ der SS. Dann gründeten sie einen Münchner Kreisverband der Partei „Die Rechte“, die bislang vor allem in NRW aufgefallen ist. Der Schritt ist Teil eines Machtkampfs in der Szene. Denn: Bereits am 23. März hatten rund 70 Personen in München einen Ortsverband der rechtsextremistischen Partei „Der III. Weg“ gegründet. Diese ist laut Verfassungsschutz überwiegend dem „Freien Netz Süd“ (FNS) zuzurechnen, zu dem die zuletzt aufgelöste „Kameradschaft München“ zählte. „Die Rechte“ versucht sich nun offenbar als Konkurrenz zum „III. Weg“ zu etablieren – ein Machtkampf mit ungewissem Ausgang.

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Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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