Rückfällig trotz Fußfessel

Wird dieser Kinderschänder jetzt weggesperrt?

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Andreas R.

München - Gegen den aus der Sicherungsverwahrung entlassenen Sex-Täter Andreas R. hat die Staatsanwaltschaft München I erneut Anklage wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs erhoben.

Jetzt wird Andreas R. (41) hoffentlich für immer weggesperrt, damit er keine Kinder mehr missbrauchen kann. Die Staatsanwaltschaft München I hat gegen den Kinderschänder Anklage erhoben. Zur Last gelegt wird ihm unter anderem schwerer sexueller Missbrauch - die Höchststrafe beträgt 15 Jahre.

Andreas R. sollte eigentlich längst in der Sicherungsverwahrung sein. Bereits 1999 war der Kinderschänder wegen 23 Missbrauchsfällen zu einer fast zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Weil Experten ihn nach wie vor für gefährlich hielten, ordnete das Landgericht München I die nachträgliche Sicherungsverwahrung an. Dagegen wehrte sich der Mann mit Erfolg: Nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes hob letztendlich das Oberlandesgericht Nürnberg die nachträgliche Sicherungsverwahrung auf.

Die Richter konnten die von Karlsruhe geforderte „hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- und Sexualstraftaten“ nicht mit erforderlicher Sicherheit erkennen. Anfang dieses Jahres kam Andreas R. unter strengen Auflagen frei: Er musste die Elektronische Fußfessel tragen und es wurde ihm verboten, Kontakt in jeder Form mit minderjährigen Mädchen aufzunehmen.

Andreas R. scherte sich einen Dreck darum. Er freundete sich mit einer Frau an, die eine siebenjährige Tochter hatte. Dabei hatte er es wohl gleich auf das Kind abgesehen: Während die Mutter schlief, schlich er zu dem schlafenden Mädchen. Verhaftet wurde Andreas R. am 24. April zunächst allerdings nur, weil er den Sender an seinem Fußgelenk nicht mehr auflud. Damit konnte er nicht mehr geortet werden. Der schlimme Missbrauch kam erst im Mai auf. Die Jugendschutzkammer muss in dem Prozess prüfen, ob jetzt die Voraussetzungen der Sicherungsverwahrung vorliegen. Wann der Prozess beginnt, ist unklar.

E. Unfried

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