1. tz
  2. München
  3. Stadt

Neue Corona-Variante entdeckt: Virologen alarmiert - Wie gut wirken die Impfstoffe dagegen?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Beez

Kommentare

Ein Intensivpflegerin ist auf der Covid-19 Intensivstation im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden mit der Versorgung einer Corona-Patientin, die an einen ECMO-Gerät angeschlossen ist, beschäftigt.
Eine Pflegerin kümmert sich auf der Covid-19 Intensivstation im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden um eine Corona-Patientin. © Robert Michael/dpa

Während sich die Lage auf Bayerns Intensivstationen weiter zuspitzt, gehen Corona-Experten wegen einer Nachricht aus Südafrika in Habachtstellung. Dort haben Wissenschaftler eine neue Virusvariante entdeckt. Auf unserem Portal analysieren die Top-Wissenschaftler Prof. Klaus Stöhr, Dr. Christoph Spinner und Dr. Martin Stürmer das Bedrohungspotenzial.

Wie gefährlich ist B.1.1.529? Das sagen-Topwissenschaftler

Die neue Variante heißt B.1.1.529 und könnte sich zu einer ähnlichen Supervariante wie Delta entwickeln. Das befürchtet der südafrikanische Gesundheitsminister Joe Phaala: Die Variante sei „eine große Bedrohung.“ Auch einheimische Wissenschaftler wie der Virologe Tulio de Oliveira sind in Sorge. Die Wirkung der Impfstoffe gegen diese Variante sei noch unklar.

Top-Virologe Professor Dr. Klaus Stöhr
Top-Virologe Professor Dr. Klaus Stöhr © privat
„Corona-Mutation sind Grenzen gesetzt“ - Münchner Infektiologe Dr. Christoph Spinner.
Der Münchner Infektiologe Dr. Christoph Spinner. © Astrid Schmidhuber
Hat große Bedenken: Virologe Martin Stürmer.
Virologe Martin Stürmer. © imago

Deutsche Virologen und Infektiologen raten zu genauer Beobachtung

Auch deutsche Virologen betonen, dass es jetzt ganz wichtig sei, die neue Variante genau zu beobachten. Mit Blick auf das Bedrohungspozential äußerten sie sich allerdings zurückhaltender. „Es gibt keine Möglichkeit, die Entstehung und Ausbreitung von Varianten zu beeinflussen“, sagte der Virologe und Impfstoffexperte Klaus Stöhr unserer Zeitung. „Die großen und wichtigen Hersteller von Impfstoffen sind jedoch bereits vorbereitet, ihre Impfstoffe gegebenenfalls an neue Varianten anpassen.“ Ob sich die neue Variante aus Südafrika durchsetzt, sei völlig offen. „Vielleicht ist die Variante bald weltweit verbreitet; vielleicht ist sie aber auch bald weltweit verschwunden.“ Deshalb sei es nun erstmal sehr wichtig, „ruhig bleiben und diese Variante genau zu beobachten“, so Stöhr.

Variante mitverantwortlich für Inzidenz-Explosion in Südafrika

Ähnlich fiel die Analyse des Infektiologen Christoph Spinner vom Uniklinikum rechts der Isar aus: „Ob die neue Variante leichter übertragbar ist oder schwerere Erkrankungen verursacht, ist derzeit völlig unklar.“ Die Wissenschaft müsse nun erst mal genauer hingesehen.

„Jetzt ist es noch zu früh, um Alarm zu schlagen, denn dass Varianten auftauchen, ist nicht erstaunlich“, sagte der Frankfurter Virologe und Laborchef Martin Stürmer unserer Zeitung. „Im Moment lässt es sich noch nicht abschätzen, ob B.1.1.529 auch das Potenzial hat, anderenorts auch für ein markantes Ausbruchsgeschehen zu sorgen.“ Allerdings zeige die Meldung, dass das System der Überwachung funktioniere.

Die neue Variante soll mit dafür verantwortlich sein, dass die Zahl der täglichen Neuansteckungen in Südafrika im Laufe dieses Monats von 100 auf über 1200 gestiegen ist.

Auch interessant

Kommentare