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Neue Event-Arena am Flughafen: Freistaat stimmt für Grundstücksverkauf - Grüne sauer: „Verhöhnung“

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Von: Dirk Walter, Sascha Karowski

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Eventhalle am Flughafen oder Olympiahalle in München. Zukünftig müssen Veranstalter wohl wählen.
Eventhalle am Flughafen oder Olympiahalle in München. Zukünftig müssen Veranstalter wohl wählen. © picture alliance/dpa | Lino Mirgeler - picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Der Aufsichtsrat des Flughafens München hat am Freitag dem Verkauf eines Grundstückes, auf dem ein Investor eine neue Event-Arena bauen will, zugestimmt. Die Vertreter der Stadt München waren dagegen, der Freistaat dafür.

München - Bei der geplanten Event-Arena auf dem Gelände des Flughafens München* ist trotz eines strikten Neins der Stadt München das letzte Wort offenbar noch nicht gesprochen. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates der Flughafen GmbH hat nach Informationen unserer Zeitung am Freitag eine Empfehlung für das Projekt ausgesprochen, die Gesellschafter stimmten anschließend mit 51 Prozent dafür. Dabei setzten sich die Vertreter des Mehrheitseigners – also des Freistaats Bayern – durch und empfahlen, dem Investor SW Munich Real Estate das Gelände im Westen des Flughafens zu überlassen. Es geht wohl um einen Kaufpreis von 20 Millionen Euro.

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Event-Arena am Flughafen: Die Stadt München ist dagegen - „Halle hat negative Auswirkungen“

Die Stadt ist strikt gegen das Projekt eingestellt und hat am Freitag dagegen gestimmt. Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU), Mitglied des Flughafen-Aufsichtsrates, sagte auf Anfrage, dass der Stadtrat am Donnerstag beschlossen habe, den Hallenplänen nicht zuzustimmen. Zum einen würde der Erlös durch den Kaufpreis nahezu vollständig durch die Kosten für die Erschließung des Grundstückes aufgebraucht. „Zum anderen ist zu befürchten, dass der Hallenbetrieb negative Auswirkungen auf den Flughafenbetrieb haben könnte.“ Der Bund als dritter Anteilseigner enthielt sich aufgrund des anstehenden Wechsels in der Bundesregierung, schreibt der BR.

Was Baumgärtner freilich nicht sagt: Die Stadt befürchtet auch eine Konkurrenzsituation durch den Bau einer Event-Arena mit bis zu 22.000 Plätzen. Zum einen zu dem bereits existenten Angebot im Olympiapark. Zum anderen hat der Stadtrat am Donnerstag ebenfalls zugestimmt, für eine neue Multifunktionshalle auf dem Parkgelände einen Investor zu suchen.

Grüne in München sind sauer auf den Freistaat: „Unfreundlicher Akt“

„Das ist, diplomatisch ausgedrückt, ein unfreundlicher Akt der Staatsregierung gegen die Landeshauptstadt, mit dem sie auch ihre Parteifreunde in München bis auf die Knochen blamiert“, sag die Co-Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion, Anna Hanusch in einer ersten Reaktion. Eine große Veranstaltungshalle an diesem Standort solle doch offenkundig Gäste anlocken, die per Auto oder sogar mit dem Flugzeug zu einem Konzert anreisen. „Das ist eine Verhöhnung aller Ziele von Verkehrsvermeidung und Klimaschutz, die der bayerische Ministerpräsident in Sonntagsreden gerne im Munde führt.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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