Das neue Gehirn des Münchner Verkehrs

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München - Feuer im Petueltunnel! Eine Motorhaube brennt am Fahrbahnrand. Katastrophe oder kleines Ding? Solche Feststellungen werden in der neuen Münchner Verkehrszentrale getroffen.

Der Beamte in der Verkehrszentrale muss in Sekunden entscheiden: Er zieht sich das Bild der Überwachungskamera auf die Videowand und zoomt die Stelle heran. Jetzt könnte er den Verkehr lahmlegen und ferngesteuert die Schranke vor der Röhre herunterfahren. Muss er aber nicht. Hier hat sich nur ein Motor überhitzt. Der Überwacher alarmiert die Feuerwehr, tippt „Vorsicht!“ in die LED-Anzeige an der Tunnel-Einfahrt und drosselt auf Tempo 30.

Das Gehirn des Münchner Verkehrs: Einblick in die Leitzentrale

Das Gehirn des Münchner Verkehrs: Einblick in die Leitzentrale

So wie in diesem Test arbeiten die Beamten in Münchens neuer Leitzentrale – das Gehirn des Straßenverkehrs im neu gebauten Technischen Betriebszentrum in der Moosacher Schragenhofstraße. „Es bündelt alle Einrichtungen, die für Überwachung und Sicherung des Verkehrs verantwortlich sind“, sagte Baureferentin Rosemarie Hingerl zur Eröffnung. Herzstück ist Deutschlands größte Videowand: Auf 17 mal 2,25 Metern können sechs Beamte – je zwei von Polizei, KVR und Baureferat – rund um die Uhr bis zu 204 Video­bilder abrufen oder Pläne einblenden. Rund 400 Kameras werfen ein Auge auf den Verkehr.

In der Zentrale können alle Behörden erstmals an einem Schreibtisch auf die komplette Infrastruktur zugreifen: Ampeln steuern, LED-Schilder und Parkleitsystem programmieren, die Beleuchtung anknipsen – selbst die Parkautomaten melden sich automatisch bei Störungen!

Dazu braucht es mehr als die sechs Überwacher: Rund 260 Angestellte arbeiten in Werkstatt und Lager und kümmern sich um die 120 000 Straßenleuchten, 4450 Parkautomaten, 1100 Ampeln. Plattgefahrene Ampeln bauen und programmieren die Arbeiter in wenigen Stunden provisorisch nach, ein Laster fährt den fertigen Mast an die Unfallstelle. 130 Fahrzeuge stehen in der Garage des Betriebszentrums.

Zweieinhalb Jahre wurde an dem fußballfeldgroßen Bau aus der Feder von Auer+Weber gearbeitet. Kostenpunkt: 41 statt der veranschlagten 43 Millionen Euro. Die alte Zentrale in der Ettstraße wurde abgeschaltet, heute überwacht die Polizei dort per Video nur noch Plätze und Personen. Zwei Standorte in Ramersdorf und Schwabing werden frei – dort sollen nun auf 32 000 Quadratmetern neue Wohnungen entstehen.

DAC

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