Das neue Gesicht der Dachauer Straße

Das Bundesverwaltungszentrum soll dem Olympischen Dorf weichen
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Das Bundesverwaltungszentrum soll dem Olympischen Dorf weichen

München - Die Dachauer Straße zwischen Stiglmaierplatz und Mittlerem Ring ist derzeit nicht gerade das Aushängeschild der Stadt. In den nächsten Jahren wird sich das voraussichtlich dramatisch ändern:

Kaum ein Stein wird auf dem anderen bleiben.

  • Am Mittwoch beschloss der Stadtrat einen internationalen Realisierungswettbewerb für das neue Olympische Dorf. Dazu müsste die Bundeswehrverwaltung in einem neuen Hochhaus an der Landshuter Allee zusammenrücken. Südöstlich davon wäre dann Platz für die Unterkünfte der 3500 Athleten, die ein eigenes Einkaufszentrum bekommen sollen.
  • An der Schwere-Reier-Straße ist das Mediendorf für 1500 Journalisten geplant. Nach der Olympiade blieben den Münchnern 1100 neue Wohnungen mit höchsten Energiestandards, davon ein Drittel im geförderten Wohnungsbau. Das Tollwood-Areal soll vorübergehend als Empfangsbereich genutzt werden.
  • Im Olympiapark sollen anstelle des Radstadions (Eventarena) und der Eishalle eine Multifuktionshalle sowie eine neue Eishalle entstehen. Kommen die Olympischen Spiele nicht, sind diese Pläne hinfällig.
  • Unabhängig davon will der Freistaat bis 2018 im Norden des Leonrodplatzes ein neues Justizzentrum errichten, als Ersatzbau für den Klotz in der Nymphenburger Straße.
  • Zwischen Schwere-Reiter-Straße, Dachauer Straße, Lothstraße und Infanterie- bzw. Heßstraße wird im Bereich der ehemaligen Luitpoldkaserne sowie der städtischen Werkstätten ebenfalls geplant: Die Stadt will Hunderte Wohnungen sowie Platz für Gewerbe schaffen. Die Hälfte der Wohnungen ist für den geförderten Wohnungsbau vorgesehen. Auch ein Erweiterungsbau für die Fachhochschule im Süden ist eingeplant. Die Tonnenhalle sowie die Jutierhalle, beide aus den 20er Jahren, sollen erhalten und kulturell genutzt werden. An den Leonrodplatz soll ein Supermarkt kommen. Das gesamte Gebiet soll außerdem mit einem Grünzug mit Olympiapark und Maßmannpark verbunden werden.
  • Auch am Ackermannbogen im Norden wird weitergebaut: Hier entstehen ab heuer ein Supermarkt, Schulen und 550 Wohnungen.
  • Weiter stadteinwärts steht das nächste Projekt an: Die Stadt prüft den Abriss und Neubau des Gesundheitsamtes. Grund genug, das Grundstück mitsamt dem benachbarten BMW-Gelände, dem Maßmannpark und der Ecke Schleißheimer Straße/Dachaer Straße umzuplanen.
  • Am Stiglmaierplatz selbst wird längst gebaut: Hier entstehen bis Ende dieses Jahres in den schlichten aber teuren Nymphenburger Höfen an die 400 Wohnungen sowie 30 000 Quadratmeter Büros für 2000 Menschen

Johannes Welte

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