Projekt soll erst 2030 fertig sein

Zoff um die Großmarkthalle: Der Neubau kommt später

Die alten Hallen sind marode. Ein Neubau soll dem Fruchthandel eine Zukunft in der Stadt sichern.
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Die alten Hallen sind marode. Ein Neubau soll dem Fruchthandel eine Zukunft in der Stadt sichern.

Der Neubau der Großmarkthalle wird sich um drei Jahre verzögern. Das hat Referentin Kristina Frank (CSU) im Kommunalausschuss mitgeteilt und den Investor als Grund genannt. Dieser ist mehr als verwundert über die Äußerungen. Die Verzögerungen seien der Stadt bekannt und überdies von ihr verschuldet.

Es gibt Zoff um die Großmarkthalle. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) hatte am Donnerstag den Ausschuss darüber informiert, dass sich der Neubau der Großmarkthalle um drei Jahre verzögere. „Angesichts der Größe und Komplexität des Projekts sowie der besonderen Umstände, die das Corona-Jahr mit sich bringt, haben wir Verständnis, dass der Investor in den vergangenen Monaten das Vorhaben nochmals intensiv geprüft hat“, sagte Frank. „Dabei hat er uns mitgeteilt, dass er aufgrund dieser Plausibilisierung nun von einer Inbetriebnahme im Jahr 2030 ausgeht.“

Der Investor, die Firma UGM, ist irritiert. „Wir sind mehr als überrascht von den aktuellen Aussagen“, sagt UGM-Chef Hans Buchhierl. „Für uns ergibt sich keine Verzögerung. Die drei Jahre, von denen gesprochen wird, sind planungsrechtlicher Natur und beziehen sich auf die Zeit der Baurechtsschaffung. Dies müsste aber allen politischen Entscheidungsträgern bekannt sein, da mit dem Stadtratsbeschluss im April dieses Jahres das Planungsreferat den Zeitplan für die Baurechtsschaffung vorgestellt hat.“

Und tatsächlich steht in einer Vorlage für den Feriensenat im April, dass das Planungsreferat eine Änderung des Bebauungsplanes wünscht. Denn: Das Areal ist lediglich für die Nutzung durch die Großmarkthalle ausgewiesen, der Neubau zusätzlicher Büros erfordere die Änderung. Dieses Verfahren soll eben drei Jahre in Anspruch nehmen. Buchhierl sagt weiter: „Die geplante Bauzeit des Neubauvorhabens verändert sich nicht. Einzig die vorgeschaltete Baurechtsschaffung, die bei der Stadt liegt, verlängert den Zeitpunkt der Fertigstellung.“ Solange die baurechtlichen Voraussetzungen noch nicht gegeben seien, könne mit dem Bau nicht begonnen werden.

Die Bauzeit für das Bauprojekt liege weiterhin bei etwa sechs bis sieben Jahren. „In allen Gesprächen sind wir von Mitte der 20er-Jahre ausgegangen“, erwidert Frank. „Die Inbetriebnahme 2030 ist uns jetzt erstmals im Herbst so kommuniziert worden.“

Die Stadt hatte den Neubau der Großmarkthalle im Sommer 2017 aus der Hand gegeben. Die damalige Mehrheit aus CSU und SPD hatte sich für ein Investorenmodell eingesetzt. Denn die Kosten waren der Verwaltung entglitten, zwischenzeitlich war für den Neubau der Halle mit 160 Millionen Euro kalkuliert worden.

Die Händler der Umschlaghalle hatten daraufhin ihren Hut in den Ring geworfen. Die Firma UGM GbR, die die Umschlaghalle betreibt, hatte der Stadt angeboten, die neue Großmarkthalle selbst zu errichten. Und zwar nicht am bisher geplanten Standort, sondern auf dem Gelände der Umschlaghalle.

Kern des Konzepts: Alle Flächen sollen in einer dreistöckigen Halle am Südöstlichen Rand des Geländes gebündelt werden. Diese soll einen architektonischen Kontrapunkt zum jenseits der Schäftlarnstraße aufragenden Heizkraftwerk Süd bilden. 250 Meter lang, 170 Meter breit und halb so hoch wie das Kraftwerk soll die Halle werden. Auf 53 000 Quadratmetern sollen Funktionen, die bisher über das Gelände verteilt sind, kumuliert werden. Dadurch würden Flächen frei, auf denen die Stadt beispielsweise Wohnungen bauen könnte.

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