Zamperl-Führerschein & Beißer-Streife

Neue Hunde-Regeln für München!

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Yvonne Hofknecht mit ihrer Familie

München - Der Kreisverwaltungsausschuss hat am Dienstag neue Hunde-Regeln für München erlassen. Wir erklären, worauf Halter jetzt achten müssen und wie die Stadt das alles überwachen lässt.

Tanja und Sandra lieben die Ausflüge mit ihren Eltern durch den Englischen Garten. Immer dabei: Die beiden Schäferhunde Leika und Atilla. „Probleme mit anderen Hunden hatten wir noch nie. Wenn jemand Angst hat, lasse ich sie sofort bei Fuß laufen“, sagt Mutter Yvonne. Demnächst wird sich das wohl ändern. Denn: Familie Hofknecht aus Schwabing muss die Hunde dann in vielen Teilen der Stadt anleinen – das hat der Kreisverwaltungausschuss am Dienstag beschlossen. Die „Neue Münchner Linie“ – die tz erklärt die Verordnung:

Freilauf: Grundsätzlich bleibt München für seine 32 000 Hunde eine Freilaufzone. Dies begründet das KVR mit der aktuellen Rechtslage und der „äußerst geringen Zahl“ an Hundeangriffen – 70 waren es in 2012, zweimal durch Kampfhunde. Auch diese müssen nicht grundsätzlich an die Leine. Denn: Die Kampfhundeverordnung der Stadt München ist am 21. November 2012 abgelaufen.

Leinenzwang: Leinenzwang herrscht überall, wo viele Menschen an einem Ort sind und von den Hunden eine abstrakte Gefahr ausgeht – so etwa innerhalb des Altstadtrings, in Fußgängerzonen, auf Märkten und Veranstaltungen, Spielstraßen und im Nahverkehr. Das gilt aber nur für „große“ Hunde (Schulterhöhe über 50 Zentimeter). Eine allgemeine Regelung für Münchner Parks gibt es nicht – dafür laut KVR einen „Vorschriften-Dschungel“: Im Westpark gilt Leinenzwang, im Englischen Garten nicht (der wird vom Freistaat verwalte). Spielplätze und Liegewiesen sind für Hunde ohnehin tabu.

Maßnahmen: 371 Hunde-Attacken gab es im vergangenen Jahr. Das KVR hat im Vergleich zu 2011 mehr als doppelt so viele Belehrungen (148 statt 70) und Anordnungen wie den Maulkorbzwang (126 statt 62) ausgesprochen.

Hunde-Streife: Das KVR schafft sechs neue Stellen, um den Leinenzwang in Parks oder in der City zu kontrollieren (Kosten: mehr als 350 000 Euro). Die Mitarbeiter gehen auch Beschwerden nach und besuchen Kampfhunde-Treffs.

Hunde-Führerschein: Er soll bescheinigen, dass Halter ihren Hund unter Kontrolle haben – hierfür soll es auch praktische Kurse geben. Diese sollen 100 Euro kosten, sind vorerst aber freiwillig. Eine Motivation soll der Erlass der Hundesteuer sein.

Erziehung besser als Leine

Wir sind gegen Leinenzwang, aber finden den Hundeführerschein gut. Nur wenn Hund und Halter ihn nicht bestehen, sollte die Leine zur Pflicht werden. Ich hätte kein Problem damit, den Schein zu machen. Meine beiden Schäferhunde Leika (7) und Atilla (3) sind gut erzogen und hören aufs Wort.

Yvonne Hofknecht mit ihrer Familie, Schwabing

Kleine Hunde? Keine Leine!

Leinenzwang? Das braucht mein kleiner Dante nicht. Er ist ein Karnickeldackel und kaum größer als mein Schuh. Im Englischen Garten ist es entspannt. Wir hatten nie Probleme mit anderen Hunden. Was sollen sie auch gegen Dante haben? Er ist ja erst vier Monate alt und noch so klein.

Sverre Hansen, Dachau

Kontrollen sind übertrieben

München braucht keinen Leinenzwang. Auch die verstärkten Kontrollen sind übertrieben. Sinn macht das doch nur bei Kampfhunden, die schon mal auffällig waren. Die muss man natürlich im Auge behalten. Aber Hunde wie mein Rauhaardackel Leo tun doch keinem Menschen was.

Stefan Groß, Schwabing

Halter können sich bewähren

Beim Leinenzwang bin ich skeptisch. Mit dem Hundeführerschein können Halter erreichen, dass man keine Leine braucht, wenn man den Schein hat. Ich sehe kaum Hunde, die angeleint sind. Mein Hund Otto (7) ist einmal angefallen worden.

Julia Stötter, Schwanthalerhöhe

A. Thieme

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