Neue Idee für den Englischen Garten

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Statt einen Tunnel zu graben soll der Isarring einfach überbaut werden

München - Die Idee, den Englischen Garten zu untertunneln, wird seit zwei Jahren heiß diskutiert. Ein Münchner Architekt hat nun einen anderen Vorschlag bei der Stadt eingereicht.

Architekt Ludwig Herrle

Seit fast zwei Jahren diskutiert München über die Idee des Schwabinger Architektenpaars Hermann Grub und Petra Lejeune, den Isarring am Englischen Garten zu untertunneln – hier zerschneidet die Fahrbahn seit fast 50 Jahren den Park. Jetzt bekommen die Initiatoren Konkurrenz aus den eigenen Reihen. „Viel zu teuer und zu langwierig!“, findet der Münchner Architekt Ludwig Herrle das bislang präsentierte Modell. Er hat jetzt einen neuen Vorschlag bei der Stadt eingereicht, die grüne Lunge der Stadt wiederzuvereinen. Er will den Isarring mit einem künstlichen Hügel überbauen, unter dem die Straße verläuft: „Das wäre billiger und schneller.“

Der Englische Garten wird am Seehaus durch den Mittleren Ring geteilt.

Herrle rechnet damit, dass sich die Kosten für diese „Einfachlösung“ auf höchstens 30 Prozent des Modells von Grub und Lejeune belaufen würden, also nur etwa 20 Millionen statt der 60 Millionen Euro. Weil alle bestehenden Wege, Straßen und Bachläufe erhalten werden könnten, schätzt er die Bauzeit auf höchstens drei Jahre – Grub und Lejeune haben bis zu vier Jahre veranschlagt

Der Hügel aus Beton soll nach dem Bau begrünt werden. „Dann können hier Passanten spazieren gehen oder gläserne Gewächshäuser wie im Park André Citroen in Paris aufgestellt werden.“ Durch Schallschutz wäre der Verkehrslärm nicht hörbar, große Öffnungen im Tunnel sollen die Autotrasse mit Licht und Sauerstoff versorgen.

Ludwig Herrle hat sein alternatives Modell bereits beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München eingereicht: „Jetzt sollten alle Verantwortlichen prüfen, ob die Münchner einen vereinten Englischen Garten nicht für weniger Kosten erhalten können.“ Die Konkurrenten von Grub und Lejeune halten seinen Vorschlag jedoch für absurd: „Dieser Plan ist völlig daneben“, schimpft Hermann Grub. „Ein Riesenhügel mit Betonwänden würde den Englischen Garten kaputtmachen – da fahren wir ja sogar mit der momentanen Situation besser!“

CS

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