Sperrgebiet löst Problem nicht

Die neue Masche der Bettel-Mafia

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Zwischen Stachus und Hauptbahnhof an der Bayerstraße entdeckt man zahlreiche Bettlerinnen.

München - Obwohl das Bettelverbot rund um die Altstadt und den Hauptbahnhof seit gut sechs Wochen in Kraft ist, treiben organisierte Banden und aggressive Bettler weiterhin ihr Unwesen.

Nur die Masche ist eine andere. Anstatt Passanten mit Bechern zu bedrängen, wird nun mit gesenktem Kopf in Demut gekniet. Regungslos. Stundenlang. „Seit das Bettelverbot in Kraft ist, haben wir bemerkt, dass die Personen im Bahnhofsviertel etwas weniger geworden sind, dafür aber im Bereich des Altstadtringes ein Zuwachs zu erkennen ist“, erklärt Polizei-Vizepräsident Robert Kopp. Allein im September gab es im Bereich Altstadtring 78 Fälle mit „Bettelbezug“, um die sich die Beamten kümmern mussten. 52-mal handelte es sich dabei um einen Verstoß gegen die Allgemeinverfügung. Das Problem ist also nicht verschwunden, sondern hat sich nur „verlagert“.

Ein tz-Test gestern um 12.30 Uhr ergab: Auf dem kurzen Stück die Bayerstraße entlang zwischen Stachus und Bahnhof saßen sechs Bettler. Die Polizei gibt zu: Die Platzverweise, die erteilt wurden, zeigen wenig Wirkung. Die Bettler tauchen einfach wenig später wieder an der gleichen Stelle auf. Kopp: „Zudem ist es schwierig, diesen Personen ein organisiertes Betteln nachzuweisen.“ Da müsse man die Betroffenen schon dabei erwischen, wie sie beispielsweise von einem Transporter abgeholt werden oder ihr erbetteltes Geld abgeben müssen. Insider sagen: Dazu fehlt der Polizei schlichtweg das Personal. Immerhin seien nur noch „stille Bettler“ unterwegs. „Und das entspricht ja den Vorgaben der Allgemeinverfügung“, so Kopp.

Genau deshalb ist auch Kreisverwaltungsreferent Dr. Wilfried Blume-Beyerle mit dem Ergebnis zufrieden: „Uns kommt es darauf an, bestimmte Formen des Bettelns zu unterbinden und damit die Belästigung der Bürgerinnen und Bürger durch aggressives Auftreten zu verhindern.“ Das sei nun eben gelungen.

Beim Hilfswerk der Inneren Mission sieht man das etwas anders. „Gleich nach der Allgemeinverfügung des KVR sind alle Bettler aus unserer Beratung verschwunden“, erklärt Andrea Untaru. Mit anderen Worten: Den nicht organisierten Bedürftigen wurde das Pflaster zu heiß, die Banden aber sind geblieben.

Age

 

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