Neue Moschee-Pläne: Kehrt jetzt Frieden ein in Sendling?

So sollte die Moschee nach den alten Plänen aussehen. Für die neuen Vorgaben gibt es derzeit noch keine Simulation.

Die neuen Pläne für die Moschee in Sendling. Wie die tz berichtete, hat das Planungsreferat der Stadt einen Bebauungsplan für das Grundstück am Sendlinger Platz entworfen.

Unter anderem soll der Gebetsraum des islamischen Gotteshauses um zehn Prozent kleiner werden. Jetzt dürfen sich die Bürger in Sendling zu dem Projekt äußern. Eigentlich sind die Kommunalpolitiker im Großen und Ganzen zufrieden. Nur die Moschee-Gegner zeigen sich unversöhnlich.

Nachdem der damalige Innenminister Günther Beckstein voriges Jahr den Baubescheid der Stadt für die Moschee aufgehoben und das Verwaltunsgericht die Aufstellung eines Bebauungsplanes geforder hatte, ist das städtische Planungsreferat jetzt diesen Vorgaben nachgekommen.

OB Christian Ude zeigte sich gestern optimistisch, dass der Entwurf des Planungsreferates den Vorgaben gerecht wird: „Sie können davon ausgehen, dass das Referat seine Arbeit extrem vorsichtig durchgeführt hat.“ Ude weiter: „Ich halte das für eine rechtlich vertretbare und verteidigbare Planung.“ Man wisse, mit welchem Beschuss zu rechnen wäre, würde ein Planungsfehler unterlaufen. Der CSU wirft Ude vor, in der bisherigen Diskussion „maßlos übertrieben“ zu haben. „Sie muss jetzt zugeben, dass schon das frühere Projekt kleiner war als der Gebetsraum an der Schanzenbachstraße.“ Von einer Zentralmoschee für Südbayern, wie von der CSU oft behauptet, sei nie die Rede gewesen. Ude weiter: „Ich würde mich freuen, wenn die CSU jetzt zu einem toleranten Vorgehen finden könnte.“ Dass sich Münchens CSU-Chef Otmar Bernhard vorsichtig zustimmend zu diesen „äußerst geringfügigen Änderungen“ geäußert habe, sei ein positives Signal.

Auch CSU-Fraktionschef Josef Schmid atmet auf: „Das Planungsreferat ist jetzt endlich unserer Forderung nach einem Bebauungsplanverfahren nachgekommen, das vom Verwaltungsgericht bestätigt wurde.“ Dazu gehöre die nun stattfindende Bürgerbeteiligung. Ob die neuen Pläne die Zustimmung der Rathaus-CSU finden, will Schmid noch nicht sagen. Jetzt kommt es auf den Bürger an, ob er sich mit den neuen Plänen anfreunden kann.“ Nach Schmids Informationen wird nicht nur der Gebetsraum kleiner, auch ein geplantes Dampfbad und Geschäfte fielen weg. Auch ein Teil des Wohnungsbaus soll woanders stattfinden.

Im Viertel selbst atmet der Bezirksauschussvorsitzende Günter S. Pelkowski auf, auch wenn er die detaillierten Pläne noch nicht kennt: „Ich hoffe, dass jetzt endlich die Debatte versachlicht wird. Kein Thema hat so für Aufregung in Sendling gesorgt wie die Moschee. Wir wollen ja eine Lösung, die allen Seiten gerecht wird.“

Die Vorsitzende der Initiative „Bürger für Sendling“ Helga Schandl lehnt die Moschee nach wie vor ab: „Wenn der neue Gebetsraum kleiner werden soll, warum bleiben die dann nicht gleich in der Schanzenbachstraße. Dort haben sie ja eine Baugenehmigung.“ Auch wenn der Gebetsraum etwas kleiner würde, die dort geplanten Geschäfte und Wohnungen würden weiterhin für viel Verkehr sorgen. „Wenn am Gotzinger Platz nur eine Moschee und ein kleines Verwaltungsgebäude gebaut werden würde, hätte ich ja nichts dagegen.“ Der Vorsitzende des Moschee-Vereins DITIM Önder Yildiz will sich zu den neuen Plänen nicht äußern, bevor er sie nicht gesehen hat.

J. Welte

Quelle: tz

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