Neue Perspektiven für München

München - Hoppla, wie kommt die Frauenkirche in die Fußgängerzone? Was macht die Jesuitenkirche am Altheimer Eck? Wie kommt die Damenstiftskirche in die Neuhauser Straße?Momentan eröffnen sich einige neue Perspektiven.

Die Münchner haben sozusagen noch mehr Durchblick als sonst. Das ist der Ergebnis der Arbeit der Abrissbagger, die Platz machen für neue Geschäftshäuser. So weicht mit dem Karstadt am Dom fast ein ganzer Block dem neuen Josef-Pschorr-Haus an der Neuhauser Straße. Und die Münchner Bank am Dom wurde ebenfalls zu großen Teilen eingeebnet – um danach als Gasthaus der Augustiner Brauerei wieder zu erstehen, mit Bankfiliale, Büros und Verkaufsflächen.

tz-Reporter Johannes Welte und Fotograf Ralf Kruse machten den Perspektiven-Check.

Durchblick 1

St. Michael

Es ist über 50 Jahre her, dass man diesen Blick von der Eisenmannstraße auf die Kirche St. Michael und die Alte Akademie hatte. Im Krieg waren die Pschorr-Bierhallen aus dem 19. Jahrhundert zerstört worden, die zuvor den Blick versperrten. Danach wurde das Grundstück als Biergarten genutzt. Diese Aussicht wurde bis 1962 durch den Plattenbau des Neckermann-Kaufhauses wieder verbaut. Nun reißen die Bagger den Karstadt ab und legen damit den alten Blick frei. Die Schörghuber-Gruppe will auf dem Grundstück bis 2013 ein neues Geschäftshaus bauen: das Joseph-Pschorr-Haus mit 44 000 Quadratmetern für Handel, Büro und Wohnen. Als erster Mieter steht die Firma Sport Scheck fest, die vom Stammsitz in der Sendlinger Straße an die Neuhauser Straße ziehen will; 10 000 Quadratmeter will das Sportgeschäft im Neubau mieten. St. Michael wurde 1583 bis 1597 unter Herzog Wilhelm V. erbaut. 2007 lösten sich am Giebel Putz- und Steinbrocken und fielen zu Boden. Die Fassade wird saniert und ist dehalb eingerüstet.

Durchblick 2

Der Dom schaut herüber

Normalerweise spitzen nur die Kuppeln der Frauenkirche über das Dach der Münchner Bank Richtung Fußgängerzone. Doch an der Augustinergasse hat man derzeit einen großartigen Blick auf die ganzen Ziegeltürme des Domes aus dem Spätmittelalter. Grund ist der Teilabriss der Münchner Bank. Sie wird umgebaut, nachdem die Zentralverwaltung nach Bogenhausen umzog. Bis 2013 soll dort ein Augustiner-Wirtshaus entstehen, direkt gegenüber der Geburtsstätte des Augustiner Biers. Denn da, wo heute vis-à-vis die Polizeidirektion steht, stand im Mittelalter das Augustinerkloster mit der Brauerei.

Eine Filiale der Münchner Bank wird ebenso wieder Platz im Neubau finden wie Veranstaltungsräume des Geldinstituts. Und der benachbarte Hirmer wird dort Verkäufsflächen bekommen.

Bis wir die Frauenkirche wieder ohne Gerüst zu sehen bekommen, dauert es noch lange. Der verhüllte Nordturm bleibt bis nächstes Jahr eingerüstet, dann kommt der Südturm bis 2016 dran, danach das Schiff. Der Grund: Bei der letzten Sanierung wurde falscher Mörtel benutzt, der schon wieder herausfiel. Jetzt kommt Mörtel nach alten Rezepten in die Fugen.

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