Neue Pinakothek: Generalsanierung für 60 Millionen

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Fast zehn Millionen Euro kostet die aktuelle Sanierung der Neuen Pinakothek

München - Fast zehn Millionen Euro kostet die aktuelle Sanierung der Neuen Pinakothek. Doch damit nicht genug. Bei den Arbeiten wurden weitere Mängel festgestellt. Jetzt steht eine Generalsanierung an - für rund 60 Millionen.

München verdankt dem Haus Wittelsbach den Grundstock an Bildern für die Pinakotheken in München. Doch zeigt man sich dort schon länger besorgt um die Gemälde, die in der Neuen Pinakothek hängen. „Hier muss wirklich etwas gemacht werden, um die Sicherheit unserer Dauerleihgaben zu gewährleisten“, sagt Andreas von Majewski, Kunstmanager beim Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Dass hier vieles im Argen liegt, unter anderem beim Brandschutz, hat nun auch das Staatliche Bauamt festgestellt. Die Neue Pinakothek muss generalsaniert werden: für mindestens 60 Millionen Euro!

Dies könnte das Aus sein für den, vom BR-Symphonieorchester geforderten zweiten, großen Konzertsaal für München. In der CSU-Landtagsfraktion habe man die Meinungsbildung zwar noch nicht abgeschlossen, stehe dem Konzertsaal aber kritisch gegenüber, sagt Bernd Sibler, der CSU-Kulturausschussvorsitzende. „Wir sehen die Argumente für einen solchen Konzertsaal, aber auch, dass er 200 Millionen Euro kosten würde. Ob die finanziert werden können, ist fraglich. Es steht ja einiges anderes an.“

„Sanierung hat Vorrang vor Neubau“, sagt auch Katja Funken, Sprecherin von Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP). Der Minister habe klargestellt, dass ein neuer Konzertsaal sowieso nur finanzierbar wäre, wenn private Spender einen erheblichen Teil der Baukosten zuschießen. Auch für die Neue Pinakothek hofft man laut Ministerium auf Spenden.

Denn die Sanierung wird einiges kosten — wenn auch nicht sofort. Es werde drei Jahre dauern, bis der Plan dafür fertiggestellt ist, im Haushalt sind dafür heuer zwei Millionen veranschlagt, nächstes Jahr 900 000 Euro. Ab 2014 soll mit der Grundsanierung begonnen werden. Diese dauert laut Wissenschaftsministerium rund vier Jahre. Während der Zeit ist die Neue Pinakothek möglicherweise komplett geschlossen. Und zu den geschätzten 60 Millionen „können immer weitere Begleitkosten hinzukommen“, so Funken.

Dass der erst 30 Jahre alte Postmoderne-Bau des Architekten Alexander von Branca generalsaniert werden muss, stellte man in den vergangenen Monaten scheibchenweise fest. Derzeit wird die Haustechnik bei laufendem Betrieb erneuert. Dabei zeigten sich aber immer neue erhebliche Mängel, so Sprecherin Funken, und zwar in drei Bereichen: Zum einen fand man Asbest in Decken, Dämmungen und rund 300 Brandschutzklappen. Diese würden nun schrittweise ausgetauscht. Besucher seien nicht gefährdet, da sie mit asbesthaltigen Teilen nicht in Berührung kämen. Zudem habe man festgestellt, dass die Bilder bei Bränden nicht ausreichend geschützt sind. Außerdem müssten sie besser vor Feuchtigkeit bewahrt werden, das Dach ausgebessert, die Elektroleitungen ausgetauscht und einiges mehr.

Die Sanierungskosten könnten die ursprünglichen Baukosten übersteigen. Laut Wissenschaftsministerium kostete der Bau der Neuen Pinakothek vor 30 Jahren insgesamt 110 Millionen Mark, umgerechnet heute 56,4 Millionen Euro. Angesichts der Platznot, die jetzt schon herrscht, stellt sich die Frage, ob nicht ein größerer Neubau billiger und besser wäre. „Nein, wir müssen das Gebäude würdigen und mit ihm zurechtkommen, so wie es ist“, sagt Klaus Schrenk, Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlung: „Schließlich handelt es sich um ein Kulturdenkmal!“

Susanne Sasse

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