Neue Schätze im Museum Brandhorst

München - Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Mit solchen effektvollen Hell-Dunkel-Kontrasten spielt jetzt das Museum Brandhorst.

Dort wurden drei Ausstellungsräume neu eingerichtet, um den Besuchern Schätze zu zeigen, die bisher im Depot verborgen waren. Bei der „Neuinszenierung“ kann man erleben, wie zwei höchst unterschiedliche Positionen der US-amerikanischen Gegenwartskunst aufeinanderprallen: Für Erleuchtung sorgen zunächst Arbeiten von Dan Flavin (1933-1996), dem Klassiker der Lichtkunst. Seine Installationen aus weißen Neonröhren im ersten Raum verbreiten gleißende Helligkeit, während die farbigen Leuchtkörper im Saal nebenan einen Hauch mystischer Verklärung ausstrahlen.

Im folgenden Raum hingegen ist die strahlende Schönheit dann buchstäblich im Eimer: Mike Kelleys Installation Nganga Showroom besteht aus einem Teppich, auf dem allerlei Kübel, Wannen, Kanister herumstehen – gefüllt mit undefinierbaren Unappetitlichkeiten: Plastikmüll, pelzigem Gewuschel und giftbunten Farbbatzen.

Anders als die Pop-Künstler, deren Werke nur ein paar Räume weiter zu besichtigen sind, feiert Kelley (Jahrgang 1954) nicht die ikonische Wucht der Populärkultur, sondern deckt mit exhibitionistischer Freude ihre schäbige Rückseite auf. Seltsam nur, dass seine Grusel-Show trotz aller Ekel-Effekte letztlich eher unverbindlich bleibt.

Alexander Altmann

Rubriklistenbild: © Schlaf

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