Stadtrat berät

Neue Studie! Das bringen Tunnel am Mittleren Ring

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München - Im Rathaus kommt der Drei-Tunnel-Tag: Am Mittwoch geht es um die Zukunft des Mittleren Rings – mit den geforderten Röhren in Landshuter Allee, Tegernseer Landstraße und Englischem Garten.

Die Notwendigkeit steigt dramatisch: In einer ersten Studie hatte das Planungsreferat prognostiziert, dass der Verkehr bis 2025 um bis zu 40 Prozent zunehme – allein an der Donnersbergerbrücke wären es 166 000 Autos am Tag! Da droht nicht nur der Verkehrsinfarkt. Schon heute leiden die Anwohner unter Lärm und Abgasen (tz berichtete). Jetzt wird die zweite Tunnel-Studie bekannt: Die Röhren sind grundsätzlich machbar. Doch wo Nachbarn entlastet werden, müssen andere etwas mehr leiden. Und die Kosten belaufen sich auf mehr als eine Milliarde! Stadtbaurätin Elisabeth Merk will nun eine Rangfolge für den Bau erstellen.

Landshuter Allee

Oben kaum noch Autos

Billige Lärmschutzmaßnahmen wie Lärmwände, Flüster­asphalt und Tempolimit – oder Tunnel zwischen Donnersbergerbrücke und Dachauer Straße für geschätzte 537 Millionen Euro? Die Gutachter haben verglichen und die Zahlen sprechen für die 1,5-Kilometer-Röhre. Statt derzeit mehr als 150 000 Autos verblieben höchstens 5000 bis 33 000 Autos an der Oberfläche auf der künftigen Ortsstraße. Fast alle der rund 2000 am schlimmsten betroffenen Anwohner würden bei Lärm und Abgasen entlastet. Geschätzte Bauzeit: sechs Jahre.

Tegernseer Landstraße

Manche müssen mehr leiden

Die Nachbarn darüber werden entlastet, die an den Enden müssen unter Umständen mehr leiden. Zwei Röhren wurden verglichen: Ein tiefer 2-Kilometer-Tunnel (1) würde sich unter den Häusern schlängeln und 560 Millionen Euro kosten. Oder der bestehende Candidtunnel würde für 350 Millionen um 880 Meter bis zum McGraw-Graben verlängert (2). Die Zahlen sprechen für die Verlängerung, auch wenn in Candid- und Chiemgaustraße sogar mehr Autos als heute drohen.

Englischer Garten

Streit um 1 Meter Asphalt

Fast alle Bürger wollen laut einer Umfrage den Tunnel – und nach CSU, FDP und Grünen fordert jetzt auch SPD-OB-Kandidat Dieter Reiter die Röhre. Doch es gibt Streit um den dringenden Ausbau an der Ifflandstraße gegen den kilometerlangen Rückstau. CSU, FDP und Grüne verlangen eine provisorische Einfädelspur mit drei Meter-Spuren. Damit soll der Eingriff in den Park gering und die Option auf Zuschüsse für den 100-Millionen-Tunnel durch den Freistaat offen gehalten werden. Dann kommt wohl Tempo 50. Stadt und SPD plädieren für eine volle Einfädelspur mit drei 3,50-Meter-Bahnen: Die seien kaum teurer, sicherer und Zuschüsse seien noch möglich. Außerdem müsste für den Tunnelbau ohnehin eine Mega-Baustelle in den Park gestampft werden.

David Costanzo

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