K(l)eine Chance auf Eigentum

Neue Studie zum Wohnungsmarkt: Die Preise für alle Stadtviertel

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„München ist Deutschlands wohl härtester Wohnungsmarkt“, konstatiert die Fachzeitschrift „Capital“.

Wer kann sich München heutzutage noch leisten? Die Zeitschrift Capital hat einen neuen „Immobilien-Kompass“ veröffentlicht, der die aktuellsten Miet- und Kaufpreise für die Stadt genau analysiert.

München - Experten geben dabei Tipps: Hier lohnt es sich, Geld für die eigenen vier Wände zu investieren!

„München ist Deutschlands wohl härtester Wohnungsmarkt“, konstatiert die Fachzeitschrift. Seit 2010 seien die Kaufpreise explodiert, der Anstieg liege bei 60 Prozent. Die Baulandpreise hätten sich seit 1985 vervierfacht. Für ein 70-Quadratmeter-Apartment mit Tiefgaragenplatz seien Käufer schnell eine halbe Million Euro los – in Randlagen! Im Zentrum kosten schlichte Einzimmerapartments schon mal mehr als 300.000 Euro. Mittlerweile sei nur noch die Hälfte aller Immobilienkäufer Selbstnutzer. Wohnraum – nur noch für Kapitalanleger?

Mehr Reiche zieht es in die Stadt

Laut Capital ziehen immer mehr Reiche in die Stadt, denen die Preise egal sind. Auch ältere Vorstädter zögen um: „Wer vor 30 Jahren in Unterhaching oder Ottobrunn ein Einfamilienhaus kaufte oder erbte, schlägt es jetzt für 1,5 Millionen Euro los – und tauscht es gegen eine Citywohnung.“ Die meisten Kaufinteressen seien sogar kaum älter als 25 Jahre: die Erbengeneration oder die, denen die Eltern helfen. „Mit Kaufinteressenten, die vor dem Notar-Termin einen Kreditvertrag unterschreiben müssen, weil sie das Geld nicht auf dem Konto haben, rechnen viele Makler schon gar nicht mehr.“

Dennoch: Laut Experten sei nun der vorläufige Höhepunkt des Preisanstiegs erreicht. „Die Preise könnten in den kommenden fünf Jahren um real ein Viertel bis ein Drittel sinken.“ Und immerhin: Es werden ja – wenn auch zögerlich – Neubauviertel in München geplant wie in Freiham, Aubing oder Feldmoching.

Die große Tabelle zeigt, wie hoch die Mieten und Kaufpreise für Wohnungen aktuell in den verschiedenen Stadtvierteln sind. Grundlage dafür sind Daten von Immobilien-Onlineportalen. Die rechte Spalte zeigt: So sind die Preistrends und die zu erwartenden Renditen.

Indem Sie auf das Kreuz auf der Grafik oben rechts klicken, sehen Sie die Gesamttabelle. 

Schwabing: Teuer, begehrt und nach wie vor Kult

Das einstige Künstler- und Szeneviertel Schwabing (im Bild das idyllische Seehaus) zählt schon längst zu den begehrtesten Top-Lagen Münchens. Die Kaufpreise liegen hier bei durchschnittlich 7700 Euro pro Qua­dratmeter bei Bestandswohnungen, oft ist der Preis um ein Vielfaches teurer. An der Leopoldstraße entsteht momentan eines der größten neuen innerstädtischen Quartiere: das Leopold Carré. Kosten für 76 Qua­dratmeter: laut Capital 580.000 Euro. Im Kreativquartier an der Dachauer Straße sind knapp 400 Wohnungen geplant.

Feldmoching: Riesiges neues Wohngebiet

Bisher war der oberste Norden Münchens zwar der größte Bezirk, aber auch sehr dünn besiedelt. Bereits 1964 schuf die Stadt hier einneues Wohngebiet für 18.000 Menschen: das Hasenbergl. Nun hat die Stadt sich 900 Hektar als Entwicklungsgebiet gesichert – die Planungen für ein umstrittenes Neubaugebiet für 30.000 Einwohner laufen (im Bild eine Baustelle an der Karlsfelder Straße). Seit 2012 legten laut Capital die Wohnungspreise in Feldmoching um 74 Prozent beim Bestand zu und um 69 Prozent im Neubau.

Solln: Nichts mehr für Normalbürger

Wohnen im grünen Süden Münchens – das Foto zeigt eine Luftaufnahme von Solln mit Isar und Isarwerkkanal. Laut Maklern ist Solln eine Top-Gegend mit den „schönsten Häusern“. Wer die Grünwalder Preise nicht zahlen will, der zieht gern dieses Viertel vor. Neubauten kosten hier im Schnitt 8200 Euro/qm – auch schon fast innerstädtisches Niveau. Es gibt hier das Neubauprojekt „Hofgut Alt-Solln“, mit noch höheren Preisen – eher was für Promis als für Otto Normalverdiener. Auch die neuen Eigentumswohnungen im „H2 Living“ streben preislich nach ganz oben.

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Lesen Sie auch: Antwort auf die Wohnungsknappheit? Das ist der neue Hochhaus-Plan

Darum sollte jeder Münchner unsere Stadtviertel-Seiten auf Facebook kennen

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