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Pekny erneut im Verdacht - Haus durchsucht

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Von: Phillip Plesch, Katja Kraft

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Prozessauftakt gegen Münchner Theaterchef
Im Juli war Thomas Pekny (re.), Chef der Komödie im Bayerischen Hof, im Gerichtssaal des Landgerichts München I (mit seinen Anwälten Florian Zenger und Eva Maria Krötz) noch freigesprochen worden. © Peter Kneffel/dpa

Der ehemalige Chef der Komödie im Bayerischen Hof, Thomas Pekny, sieht sich neuen Missbrauchsvorwürfen gegenüber. Sogar sein Haus wurde durchsucht.

Es wird nicht ruhig um Thomas Pekny (69) und die Komödie im Bayerischen Hof. Denn: Es gibt neue Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Intendanten. Deshalb wurden vergangenen Freitag sogar sein Privathaus und Büroraume von der Polizei durchsucht.

Erst im Juli war Pekny noch von Vorwürfen des schweren sexuellen Missbrauchs freigesprochen worden. Aus Mangel an Beweisen. Die Vorwürfe lauteten: Während der Oktoberfeste 2015 und 2016 soll er in drei Fällen betrunkene Frauen angesprochen, sie mit in die Proberäume seines Theaters genommen und dort intime Fotos und Videos gemacht haben, während sie schliefen.

Münchner Theaterchef Thomas Pekny
Thomas Pekny sieht sich neuen Vorwürfen gegenüber. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte nun: „Unmittelbar im Zusammenhang mit der Hauptverhandlung im Juli 2021 sind zwei Anzeigen eingegangen, daraufhin wurden zwei Verfahren eingeleitet.“ Weiter äußerte sich Oberstaatsanwältin Anne Leiding zu den Ermittlungen aber nicht.

Neuer Komödie-Chef verwundert über Durchsuchungen

Für Peknys Verteidiger Eva Maria Krötz und Florian Zenger von der Kanzlei Burgert sind die Vorwürfe gegen ihren Mandanten „nach derzeitigem Kenntnisstand völlig haltlos.“ Der tz sagten sie weiter: „Die Durchsuchung halten wir für nicht gerechtfertigt und werden uns dagegen wehren.“

Nach dem Prozess war Thomas Pekny als Chef der Komödie zurückgetreten. Seit Ende Oktober führt René Heinersdorff die Geschäfte. Er möchte zu den laufenden Ermittlungen nichts sagen. Zeigt sich im Gespräch mit der tz aber verwundert, dass der leitende Beamte ihm bei der Hausdurchsuchung in der Komödie nicht mitgeteilt habe, gegen wen ermittelt würde. Das dürfe er nicht, habe er ihm erklärt.

„Ich bin ja nun der Inhaber, da hätte ich mir eine Antwort auf diese Frage schon gewünscht“, sagt Heinersdorff. Betont aber, dass die Beamten ansonsten sehr freundlich gewesen seien. „Einer meinte noch trocken zu mir: ,Da sind Sie grad eine Woche im Haus – und schon steht die Kripo in der Tür.“

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