Arbeitnehmer auf Achse

Neue Zahlen veröffentlicht: München ist Deutschlands Pendlerhauptstadt

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Im Berufsverkehr stehen die Pendler abends nicht nur am Friedensengel.

München ist Deutschlands Pendlerhauptstadt. Der Trend ist eindeutig: Der Anteil derjenigen, die von außerhalb nach München zur Arbeit fahren, steigt Jahr für Jahr weiter an.

München - Die Zahl ist beeindruckend: 382.943 Menschen pendeln zur Arbeit nach München – mehr als eine Stadt wie etwa Bochum Einwohner hat. Gleichzeitig zieht es auch immer mehr Münchner zum Arbeiten aus der Stadt heraus: 175.534 Menschen verlassen die Stadt zum Arbeiten.

Diese Zahlen hat die Arbeitsagentur ermittelt. Bei ihr laufen die wichtigsten Daten zu den Beschäftigungsverhältnissen der Deutschen zusammen. So können die Statistiker den gemeldeten Wohnort mit dem Arbeitsort der Beschäftigten abgleichen und errechnen, wie viele Pendler unterwegs sind.

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Fast 850.000 Jobs in München erfasst

Die Statistik belegt, dass die Anziehungskraft des Job-Magneten München ungebrochen steigt. 849.828 Jobs sind in der Landeshauptstadt erfasst - beinahe die Hälfte davon erledigen Pendler: 45,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Landeshauptstadt haben ihren Hauptwohnsitz also nicht in München. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pendler deutlich. Im Vorjahresbericht waren noch 368.251 Einpendler erfasst - 14.692 weniger als in diesem Jahr. Gegenüber dem Jahr 2000 ist die Zahl der Einpendler gar um knapp 25 Prozent angestiegen. Der Trend ist ungebrochen, auch weil die Zahl der neuen Wohnungen in der Stadt längst nicht mit der Zahl der neuen Jobs mithalten kann.

Der Löwenanteil der Einpendler kommt naturgemäß aus den umliegenden Landkreisen. Allein aus dem Landkreis München machen sich täglich 64.479 Menschen auf den Weg zur Arbeit in die Stadt. Die Zahl der Auspendler von München in den Landkreis liegt bei stolzen 78.001. Damit führt der Landkreis die Rangliste der Auspendler nicht nur an, er ist auch die einzige Region, in die mehr Münchner pendeln als umgekehrt.

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Mehr als 250.000 Oberbayern pendeln nach München

Der Trend an sich ist ein anderer. Betrachtet man die Zahlen für ganz Oberbayern, dann zeigt sich die Anziehungskraft des Job-Magneten München. 256.381 Menschen aus ganz Oberbayern pendeln nach München, ihnen stehen 131.673 Auspendler nach Oberbayern gegenüber.

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Dabei reicht die Attraktivität Münchens weit über das eigentliche Umland hinaus. Die Stadt Augsburg gehört mit 9170 Pendlern in Richtung München längst zum engeren Einzugsgebiet. Aus Augsburgs Nachbarkreis Aichach-Friedberg pendeln ebenfalls 5952 Menschen nach München - mehr als aus dem oberbayerischen Weilheim-Schongau. Die schnelle Bahn-Anbindung hat auch die Franken-Metropole Nürnberg näher an München heranrücken lassen: 2874 Pendler nehmen diesen Weg in Kauf.

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München zieht aber auch Arbeitnehmer von außerhalb Bayerns an. So kommen 3101 Pendler aus Hamburg. Sie treten den Weg aus dem hohen Norden mutmaßlich nicht täglich an, sondern zählen zu den sogenannten Wochenendpendlern. Sprich: Ihr Job ist in München, an den Wochenenden kehren sie jedoch in ihre alte Heimat zurück. Harald Herrmann, der langjährige Chef des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, erklärt: „Viele Beschäftigte nehmen für eine ihrer Qualifikation entsprechende Anstellung längere Distanzen in Kauf und sind nur über das Wochenende zu Hause. Die Ballungsräume sind gut vernetzt, das fördert die Mobilität, auch über größere Distanzen.“ Das gilt auch für die Gegenrichtung: Zu den beliebtesten Zielen der Münchner Auspendler gehören Berlin, Frankfurt und Hamburg.

Daten und Fakten zur Pendlerhauptstadt München.

Marc Kniepkamp

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