Neuer Ärger um die Schranne: Wirt Lochbihler gekündigt

Jürgen Lochbihler in der Schrannenhalle.

München - Die Posse geht weiter: Klaus Thannhuber kündigt Jürgen Lochbihler, der aber nimmt das „nicht ernst“.

Nächste Runde im Kleinkrieg um die Schrannenhalle: Die Eigentümergesellschaft von Investor Klaus Thannhuber hat den Mietvertrag von Betreiber Jürgen Lochbihler außerordentlich gekündigt. Doch der denkt gar nicht daran, vorzeitig auszuziehen: „Wir nehmen das nicht ernst“, ließ er die Presse wissen.

Nach Angaben von Michael Scheele, dem Anwalt der Schrannenhalle GmbH und Co. KG, muss Lochbihler bis zum 18. September raus aus der Halle. Er begründete die Kündigung mit dem „totalen Vertrauensverlust“ zwischen den Vertragsparteien. Schuld daran sei – selbstredend – Lochbihler.

Das Verhältnis zwischen den einstigen Geschäftspartnern Thannhuber und Lochbihler ist seit langem zerrütet. Nun hat sich der Wirt, der die Halle nach einem Umbau erst am vergangenen Freitag wiedereröffnet hatte (wir berichteten), offenbar selbst ins Aus

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befördert. Im Juli stellte er einen Insolvenzantrag gegen seinen Vermieter – obwohl eine Richterin ihm davon abriet. Schlimmer noch: Er ging damit an die Öffentlichkeit.

„So etwas macht man nicht“, sagt Scheele. „Mit seinen Aktionen stört Herr Lochbihler die laufenden Verhandlungen mit Investoren, die bereit und in der Lage sind, die Schranne zu übernehmen und in ruhiges Fahrwasser zu bringen.“ Damit, so Scheele, erhärte sich der Verdacht, Lochbihler wolle die Verhandlungen torpedieren, um eine Verlängerung seines Vertrages über den 31. Dezember hinaus zu erzwingen – mangels Investoren. „Aber diese Rechnung wird nicht aufgehen“, sagt Scheele. Er wirft Lochbihler zudem vor, Stahlbauten im Wert von 800 000 Euro „gegen den Willen des Vermieters“ ausgebaut zu haben. „Wir wissen noch nicht einmal, ob es die überhaupt noch gibt.“

Jürgen Lochbihler zeigte sich zunächst „zutiefst betroffen“ von der Entscheidung Thannhubers. „Das ist eine weitere Etappe in diesem unmöglichen Krieg.“ Am späten Nachmittag gab er sich kämpferisch. Die außerordentliche Kündigung sei „bedauerlich und rechtswidrig“. Hierfür gebe es „keinerlei Grund“. Daher bestehe das Mietverhältnis „selbstverständlich weiter. Die Vermieterin sollte einsehen, dass auch sie an geltendes Recht gebunden ist.“

Wie berichtet, sollte Lochbihlers „Gastronomie und Kultur GmbH“ die 2500 Quadratmeter große Halle bis zum Jahresende mit einem veränderten Konzept weiterführen. Er war zuletzt davon ausgegangen, „noch einige Jahre“ weitermachen zu dürfen. Wie es weitergeht, ist offen. Anwalt Scheele sagt, man sei im Gespräch mit Investoren. „Innerhalb eines Monats wollen wir eine Lösung präsentieren.“

Thierry Backes

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