Ersatzmalfläche für Künstler / Platzt das Bauprojekt?

Neuer Ärger um das Zwingereck

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Die Pappeln wurden voriges Jahr gefällt. So sieht der einstmals idyllische Platz am Zwingereck heute aus.

Der Streit um den geplanten Neubau der Patrizia AG am Zwingereck geht in eine neue Runde.

Die Stadt hatte ihr dortiges Grundstück an die Augsburger Firma verkauft und die Pappeln fällen lassen. Weil der Neubau das Wandbild des US-Künstlers Richard Haas verdecken würde, hagelte es Kritik.

Jetzt versucht die Patrizia, dem Künstler, der rechtlich gegen das Bauprojekt vorgehen will, mit einem Ersatzmalfläche an der Theresienwiese entgegen zu kommen. Es ist die Seitenwand eines Bürohauses am Bavariaring, das ebenfalls der Patrizia gehört. Am kommenden Dienstag kommt der New Yorker Haas nach München , um sich von OB Christian Ude das Angebot erklären zu lassen. Doch Haas’ Anwalt Moritz Ostwald ist skeptisch: „Die angebotene Fläche ist von ihrer Lage her bei weitem nicht so prominent, wie die an der Frauenstraße.“ Außerdem verdecken Bäume den Blick auf die Wand.

Auch im zuständigen Bezirksausschuss (BA) gibt es Ungemach. Der hatte dem Projekt zugestimmt unter der Voraussetzung, dass dort zu zwei Dritteln Wohnungsbau realisiert wird. Doch das wird sich kaum machen lassen. Die Patrizia ließ Lärmschutzmessungen durchführen – entlang der Frauenstraße ist es für Wohnraum viel zu laut. Nun will die Patrizia nur noch 50 Prozent Wohnraum bauen. Doch das geht laut Kaufvertrag nicht. Jetzt soll der BA dem reduzierten Wohnungsbau zustimmen. „Damit sind wir in der Zwickmühle, weil das Grundstück verkauft ist, unsere Vorgabe sich aber nicht umsetzen lässt,“ so der zuständige BA-Vorsitzende Wolfgang Püschel (SPD).

Das für das Grundstücksgeschäft zuständige Kommunalereferat will den Vertrag jetzt nachbessern. Doch einer Änderung der Zweidrittel-Regel müsste der Stadtrat zustimmen, der sich wiederum üblicherweise an die Wünsche des Bezirksausschusses hält.

Allerdings bliebe noch eine andere Variante: „Im Prinzip besteht die Möglichkeit der Rückabwicklung“, sagt Wolfgang Püschel. Davon war jedenfalls bei der letzten BA-Sitzung die Rede, als es um die Einhaltung des Wohnanteils ging. Das wäre den Bezirkspolitikern eigentlich auch am liebsten. Die Idee: Man könne ja an der Rumfordstraße ein Wohnhaus errichten und vor dem Richard-Haas-Bild einen neuen Platz entstehen lassen. Püschel: „Das wäre die charmanteste Lösung.“

Johannes Welte

Quelle: tz

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