Neuer Ampel-Plan gegen Mega-Stau

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Der tägliche Stau an der Ampelanlage

München - Was tun, um den Verkehr an der chronisch verstopften Einmündung der Ifflandstraße in den Isarring endlich wieder flüssiger zu machen? Die tz erklärt die Lösungs-Varianten.

Der neue Ampel-Plan

Dieses Thema beleuchtet eine Machbarkeitsstudie, die Stadtbaurätin Elisabeth Merk vor einem Jahr in Auftrag gegeben hat. Darin gibt es Vorschläge für eine Sofortlösung: den hierzulande neuartigen „teilsignalisierten Knoten“. Langfristig muss nach Ansicht des Planungsreferates aber eine dritte Spur her. Und über allem schwebt der Tunnel als Traumlösung.
Die Eröffnung des ersehnten Richard-Strauss-Tunnels im Juli 2009 hatte den nervigen Nebeneffekt, dass der Verkehrsfluss an der Ampel nach der Kennedy-Brücke so nachhaltig ins Stocken geriet, dass vormittags und nachmittags Staus bis zum Effnerplatz entstanden – und in ähnlicher Länge auch auf der einmündenden Ifflandstraße. Die tz erklärt die Lösungs-Varianten:

Sofortlösung: Die Ring-Ampel zeigt auf der linken Spur Dauergrün, rechts bleibt die Schaltung wie gewohnt. Auf diese Weise kann der einspurige Verkehr von der Ifflandstraße zügig auf den Isarring einbiegen. Die beiden Fahrstreifen auf dem Ring sollen vor der Lichtzeichenanlage sicherheitshalber durch eine Leitschwelle abgetrennt werden, die 200 Meter lang ist. Sollte der Stadtrat dieser Maßnahme im ersten Quartal 2011 zustimmen, dauert die Verwirklichung vier bis fünf Monate. Pressesprecher Thorsten Vogel: „Bis zum Sommer könnte diese Lösung eingerichtet sein.“

Langfristig pocht das Planungsreferat auf eine eigene (dritte) Einfädelspur. Die hatte die Behörde schon lange vor Fertigstellung des Tunnels angemahnt, was aber im Stadtrat wegen des Eingriffs in den Englischen Garten abgelehnt wurde. Ob der umstrittene Kahlschlag diesmal genehmigt wird? Zwischen der Einmündung Ifflandstraße und der Abfahrt zur Dietlindenstraße müsste die äußerste Baumreihe fallen. Hierfür ist ein Planfeststellungsverfahren nötig, das vier bis fünf Jahre dauert. Derzeit ist der Entwurf der Stadtratsvorlage in den Bezirksausschüssen Bogenhausen und Schwabing-Freimann unterwegs, die um Stellungnahmen gebeten werden.

Tunnel: Die Bürgerinitiative „Ein Englischer Garten“ fordert eine 400 Meter lange Untertunnelung des Isarrings. Die skizzierte Stufenlösung würde die Röhre nicht verhindern, meint Referentin Merk. Eher schon das Preisschild an der Maßnahme: 50 Millionen Euro nur für das Bauwerk – ohne Neben- und Folgekosten.

Barbara Wimmer

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Der Tunneleffekt am Isarring

Blechlawine am Isarring: So lautet der Straßenzustandsbericht jeden Werktag von 8 bis 12 und von 16 bis 20 Uhr, seitdem vor eineinhalb Jahren der Ringtunnel an der Richard-Strauss-Straße eröffnet wurde. Der Verkehr nahm um ca. vier Prozent auf 108 000 Fahrzeuge zu. Zu viel für die Ampelanlage, die bis dahin die von der Ifflandstraße einmündenden Fahrzeuge einigermaßen zügig in den Verkehrsstrom am Ring eingegliedert hatte. Das Planungsreferat hatte diesen Tunneleffekt vorausgesehen und eine 500 Meter lange Einfädelspur geplant. 2006 strich das rot-grüne Rathausbündnis diese Maßnahme, weil 80 Bäume im Englischen Garten geopfert werden müssten. Wurde ihre Fällung nur aufgeschoben? Das Urteil fällt Anfang 2011.

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