Am Mittwoch kamen 386 Flüchtlinge an

Neuer Asyl-Rekord! Platz wird knapp

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Am Mittwoch kamen am Hauptbahnhof 386 Flüchtlinge an.

Der Zustrom an Asylbewerbern ist ungebrochen. Am Mittwoch registrierte die Münchner Polizei am Hautbahnhof 386 Flüchtlinge – so viele wie noch nie! Sie kamen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Eritrea und dem Irak. Keiner stammte vom Balkan.

Dabei wird der Platz für neue Asyl-Unterkünfte in München immer knapper. Nach der jüngsten Prognose wird die Stadt heuer 14.500 Asylbewerber aufnehmen, das sind 1400 mehr als bislang geplant. Nächste Woche wird sich der Feriensenat des Stadtrates mit sechs bis sieben neuen Standorten für Flüchtlingsheime beschäftigen. Dabei handelt es sich um Gewerbeimmobilien, aber auch drei Leichtbauhallen sind geplant – Metallkonstruktionen mit einem Thermo-Dach aus Kunststoff, die man auf befestigten Boden stellt.

Die Standortsuche läuft derzeit von Aubing über Sendling bis nach Zamdorf. „Wir halten die Aluminiumhallen für die bessere Lösung als Zelte, da sie wetterfest sind“, so Bürgermeister Josef Schmid (CSU). Die Stadt will möglichst vermeiden, dass Flüchtlinge in Zelten schlafen. Aber auch die Belegung von Turnhallen soll vermieden werden, damit kein Sportunterricht ausfallen muss oder Vereine nicht turnen können.

CSU-Stadtrat Marian Offman hatte die Idee, einen leerstehenden Nebentrakt von Schloss Nymphenburg zu verwenden (tz berichtete). Bis voriges Jahr nutzte das Institut für Genetik und Mikrobiologie der LMU den Bau als Ausweichquartier. Das Gebäude soll abgerissen werden, um Platz zu machen für die Erweiterung des benachbarten Museums Mensch und Natur. „Das wird sich noch Jahre hinziehen“, so Offmann. „So lange könnten dort doch Flüchtlinge leben. Für die Idee bekommt Offman böse Post: „Sind Sie von allen guten Geistern verlassen? Ihr Vorschlag könnte aus der Faschingszeit stammen“ ist noch einer der vornehmeren Kommentare.

Unterdessen brachte am Donnerstag ein Charterflug 55 abgelehnte kosovarische Asylbewerber in ihre Heimat zurück – zum 15. Mal seit Februar. 1265 Kosovaren wurden seitdem abgeschoben.

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