Neuer Busbahnhof vor der Premiere

Der neue Busbahnhof an der Hackerbrücke.

München - Es wird ein Busbahnhof, wie ihn noch keine deutsche Stadt hat. Am Freitag startet der reguläre Linienbetrieb am neuen Busbahnhof an der Hackerbrücke, kurz ZOB.

 Hinter der schicken Hightech-Fassade aus 30 Kilometern Alurohren versteckt sich neben dem Busbahnhof ein regelrechtes Einkaufszentrum mit Gastronomie, Büros und einer Disko im Keller. Rund 30 000 Busse sollen das Terminal künftig jedes Jahr anfahren und 1,2 Millionen Reisende dort ein- und aussteigen. Offiziell wird das neue Verkehrsbauwerk am 11. September eröffnet.

Johannes Welte

Supermärkte und Büros sind offen

Schon im Juni zogen die ersten Mieter im ZOB ein – Unternehmen, die sich in den 8200 Quadratmetern Bürofläche eingemietet haben, darunter der Elsevier-Verlag. Auch die Supermärkte (Lidl, dm usw.) und Geschäfte auf der Ebene Null im Obergeschoss haben schon im Juli eröffnet. Auch eine Vinzenzmurr-Filiale sowie ein Bagel-Shop versorgen die Büroangestellten und Bauarbeiter mit Essen. Heute eröffnet das italienische Restaurant Vapiano, das auch eine Panorama-Lounge im Erdgeschoss betreibt. Am Wochenende eröffnet die neue Disko im Keller, die „Neuraum“ heißen wird. Mehrere Bankfilialen bieten im ZOB ebenfalls schon ihre Dienstleistungen an.

München, seine Straßen, ihre Namen

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Viele Reisebüros stehen noch leer

Schon seit Montag dürfen die Busse den ZOB benutzen, doch nur ein einziger Bus aus Italien verirrte sich am Mittag in das Terminal im Erdgeschoss. Dabei ist die Benutzung bis 11. September kostenlos. Danach müssen die Busse für eine halbe Stunde Standzeit im Terminal sechs Euro, für eine Stunde zehn Euro bezahlen. Von 17 Reisebüros sind bislang gerade mal sechs vermietet. Für Christian Rettenbacher vom Roten Kreuz, das den ZOB zunächst 25 Jahre lang betreiben wird, kein Drama. „Der ZOB wird von den Busunternehmen angenommen, wir haben schon genügend Auslastung. Mit der Zeit werden dann auch die Büros vermietet.“

Brisanter Radweg und eine Ampel

Wegen des Busbahnhofes wurde in der Arnulfstraße eine neue Ampel eingerichtet. Am Freitag wird die Anlage freigeschaltet. Sie zeigt für die Autofahrer in der Arnulfstraße künftig auf Rot, wenn ein Bus aus dem ZOB rausfährt. Die Radlerspur in der Arnulfstraße wurde laut BRK extra auf die Straßenseite verlegt, verbreitert und rot markiert – damit die Busfahrer nach ihren anstrengenden Fahrten auf den letzten Metern beim Abbiegen nicht die Radfahrer übersehen und überfahren. Hätte man die Radspur an den rechten Fahrbahnrand gelegt, wäre die Gefahr größer gewesen, die Radler zu übersehen als in der Fahrbahnmitte.

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