Luxusboutique in den Maximiliansarkaden

Neuer Chanel-Store: Wir haben den Laden getestet

+
Die Redakteurinnen Maria Zsolnay (li.) und Teresa Winter haben sich in der neuen Chanel-Boutique in den Maximiliansarkaden umgesehen

Am Mittwoch hat in den Maximiliansarkaden ein neuer Chanel-Store eröffnet. Unsere Redakteurinnen haben sich dort mal umgesehen und getestet, ob es dort auch was für den kleinen Geldbeutel bekommt.

München - Die Tür macht man hier nicht selbst auf. Zwei junge Männer im dunklen Anzug heißen uns willkommen. „Ein Gläschen Champagner, die Damen?“ Gerne. ­Berauschend ist es hier ohnehin – umgeben von meterhohen Spiegeln, blitzblanken Glasvitrinen, glänzenden Lackregalen. Unverkennbar der Stil: Chanel.

„Oh, Sie haben Glück, Sie sind eine der ersten Kundinnen.“ Augenaufschlag, Lächeln, eine behandschuhte Hand legt sich sanft auf meinen Arm. „Was darf ich Ihnen zeigen? Unseren neuen Shop? Er ist fantastisch.“ Der Verkäufer ist das, was man reizend nennt. Keine Spur von Arroganz, kein unangenehmes Taxieren, auch wenn die Kundin spanische Massenware und schwedische Günstig­accessoires trägt.

Es ist Mittwochmorgen und die neue Chanel-Boutique in den frisch renovierten Maximiliansarkaden gegenüber der Oper hat seit wenigen Minuten geöffnet. Vor allem größer sei der neue Shop, so unser Verkäufer, im Gegensatz zur ehemaligen Boutique auf der Maximilianstraße Nummer 20.

Unablässig geht die Tür. Keine Kundin bleibt ungefragt, kann sich einfach so mal umsehen. Mitarbeiter muss man hier nicht suchen, sie sind da. „Darf ich Ihnen den obersten Stock zeigen?“. Unser Verkäufer, auch er markenkonform mit weißem Hemd und schwarzem Pullover, lotst uns die Treppe rauf. „Bitte nach Ihnen“.

Hier buhlen Tweedkostüme und Seidenblusen, Pumps und High Heels mit der Einrichtung um Aufmerksamkeit: Dicke weiße Teppiche mit Logoprint, schwarze Lackmöbel, Tweed-Sessel, üppig-weiße Rosenbouquets.

Taschen, Schuhe, Schmuck, Parfüm – im Store wird die neue farbenfrohe Kollektion gezeigt.

„Noch einen Champagner?“ – „Sie möchten doch sicherlich die Taschen sehen?“ Natürlich, wie eigentlich alle Kundinnen – die meisten kommen nur deswegen. Mit Fotos aus dem Internet, mit gierigen Blicken, mit dem Ehemann. Die Verkaufstheken vor den Taschenregalen sind denn auch belagert. Drei Damen, Pelzmäntel, Botox, Brillantschmuck, können sich nicht entscheiden. Die große Schwarze oder die kleine Marineblaue mit dem großen Chanel-Logo? Eine junge blonde Frau, Typ Studentin in Jeans und Turnschuhe, lässt sich gleich drei große Taschen bringen. „Mein Freund schenkt mir eine“, sagt sie und lächelt stolz. „Einfach so.“

Drei asiatische Pärchen wollen nur das Neueste, am besten in allen Farben. Und nicht so klein. „Bigger, bigger“, fordert eine Kundin mit Sonnenbrille die zierliche Verkäuferin auf, die ein Model für knapp 5000 Euro aus dem Regal nimmt. Doch was tun, wenn man nur ein Zehntel, also 500 Euro zur Verfügung hat? „Dann gehen wir mal rüber zu den Broschen, Visitenkartentäschchen und Tüchern“, so der Verkäufer, immer noch freundlich: „Schon ein kleines Stück ­Chanel wertet den ganzen Look auf. Egal, was Sie sonst tragen.“ Na dann.

Das gibt‘s für 500 Euro

Klein, aber fein, könnte das Motto lauten, wenn man mit 500 Euro Budget im neuen Chanel-Shop einkaufen gehen möchte. Unser Verkäufer empfiehlt tz-Redakteurin ­Teresa Winter zum Beispiel ein kleines Seidentüchlein in Rosé (ab 380 Euro). Ein wenig ausgefallener wird’s bei den Broschen: eine Kamelie, Coco Chanels Lieblingsblume, gibt es zum Beispiel aus Stoff ab 350 Euro. Eine Anstecknadel in Form des berühmten Chanel-­Logos sogar für „nur“ 290 Euro. Anderer Schmuck wie Ohrringe und Halsketten kosten ab 320 Euro, Ringe gibt’s ab 290 Euro. Kleine Brieftaschen (ab 470 Euro), Kartenetuis (ab 250 Euro) und Portemonnaies (ab 350 Euro) liegen ebenfalls im Budget. Und auch bei den FlipFlops mit Bastsohle (490 Euro) passt der Preis. „Wir hätten da drüben auch noch Sonnenbrillen“, sagt der Verkäufer geduldig. tz-Redakteurin Maria Zsolnay probiert ein schickes Modell in Dunkelgrün für 400 Euro. Die Gläser sind extrem dunkel. Wohltuend. St. Moritz, Paris, New York? Passt überall. Vielleicht hat der Verkäufer ja recht. Ein Stück Chanel wertet alles auf. Nur der Geldbeutel, der hat das ­Nachsehen...

Maria Zsolnay/Teresa Winter

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare