771,5 Millionen Euro eingenommen

Neuer Fahrgastrekord beim MVV

+
Die Münchner fahren gern mit S-Bahn, U-Bahn, Bus und Tram: Laut MVV waren vergangenes Jahr 670 Millionen Fahrgäste auf den Schienen unterwegs.

München - Die Münchner fahren gern mit S-Bahn, U-Bahn, Bus und Tram: Laut MVV waren vergangenes Jahr 670 Millionen Fahrgäste auf den Schienen unterwegs. Dem MVV hat damit 771,5 Millionen Euro eingenommen.

Einen Fahrgastrekord für das Jahr 2013 meldet der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV): Knapp 670 Millionen Fahrgäste waren mit der Bahn unterwegs. Das sind sieben Millionen mehr als im Jahr davor - 1,08 in Prozent. Auch mit den Fahrgeldeinnahmen ist der MVV zufrieden. 771,5 Millionen Euro blieben unterm Strich stehen, 37 Millionen (fünf Prozent) mehr als noch 2012.

Alexander Freitag, MVV-Geschäftsführer, ist zufrieden. "Das Verbundsystem entwickelt sich weiter sehr positiv." Der Verbund steht jedoch auch in Zukunft vor neuen Herausforderungen. So sei es wichtig, die Finanzierung des ÖPNV ausreichend zu sichern. "Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass von den Fahrgästen ein angemessener Beitrag über die Fahrgeld­einnahmen in das System fließt", sagt Alexander Freitag.

Schienenangebot stößt an Grenzen

Dass das Schienenangebot der Landeshauptstadt aber auch an Grenzen stößt, verschweigt der MVV nicht. Gerade in der Hauptverkehrszeit sind die Züge immer wieder überlastet, die Pendlerströme im Nahverkehr haben laut MVV längst den Verbundraum überschritten. "Dem kann nur mit einem weiteren Infrastrukturausbau und mit weiteren Angebotsver­besserungen begegnet werden." Dennoch seien laut MVV die Fahrgäste zufrieden, gerade in den Regionen rund um München. Das aktuelle Kundenbarometer des MVV dokumentiere eine "überdurch­schnitt­liche Kundenzufriedenheit in den Verbundlandkreisen", sagt Alexander Freitag.

Auch die Aktion Münchner Fahrgäste äußert sich dazu. "Wir freuen uns über jeden neuen Fahrgast, fordern aber einen konsequenten Ausbau der Linienverkehrsmittel in den Landkreisen und in der Stadt", sagt Sprecher Andreas Nagel. "Der Stadtrat muss ein erweitertes Leistungsprogramm beschließen, der Freistaat Bayern muss einen Weg zur Finanzierung von zusätzlichen S-Bahnzügen finden, sonst erstickt das MVV-System an seinem eigenen Erfolg."

Positiv hebt der MVV auch die Neuerungen hervor, die in 2013 zum bestehenden Angebot dazu kamen, etwa die Einführung des Handy-Tickets, des Online-Tickets sowie des Semstertickets für die Studenten und die Flexibilisierung der Isar-Card. In Zukunft will die MVV eine intensivere Kooperation in der europäischen Metropolregion prüfen.

Rekorde auch in U-Bahn, Bus und Tram

Auch mit U-Bahn, Bus und Tram lassen sich die Münchner gerne von A nach B bringen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) meldete ebenfalls einen Rekord: 544 Millionen Fahrgäste sind im vergangenen Jahr eingestiegen - das sind acht Millionen (1,5 Prozent) mehr als in 2012. Für die MVG lässt sich sogar ein Trend erkennen, der sich in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat: Die Steigerungsrate liegt bei 20 Prozent. Damit liegen die MVG-Zahlen sogar über dem Bundesdurchschnitt, wo sich die Zahl der Fahrgäste nur um 0,8 Prozent gesteigert hat.

Entwicklung der MVG-Fahrgastzahlen

2013 2012 2011 2010
U-Bahn 384 378 368 360
Tram 105 104 99,5 98
Bus 184 181 178 178
MVG gesamt 544 536 522 522

alle Zahlen in Millionen

Geändertes Mobilitätsverhalten

Als Grund für den Zuwachs nennt die MVG das Bevölkerungswachstum sowie den Trend, nicht mit dem eigenen Auto fahren zu wollen - also ein geändertes Mobilitätsverhalten. MVG-Chef Herbert König sagt dazu: „Wer mit unseren Bussen und Bahnen unterwegs ist, lässt sein Auto stehen und entlastet damit die Umwelt. Projekte wie MVG Rad und unsere Kooperation mit CarSharing-Anbietern sind eine logische Reaktion darauf. Unsere App MVG Fahrinfo München samt Live-Auskunft und HandyTicket vereint das alles künftig in einer Anwendung. Das steigert einerseits den Komfort und reduziert andererseits die Hürden.“

Für die Zukunft plant die MVG jedoch mit Streckenausbauten. „Wir müssen uns dabei vor allem auf das Stadtzentrum konzentrieren, weil dort in absehbarer Zeit die Kapazitätsengpässe auftreten werden. Deshalb gibt es bei Entlastung plus Kapazitätsausbau im Zentrum den dringendsten Handlungsbedarf“, sagt Herbert König. „Vor allem die geplanten Tram-Tangenten sind dafür bestens geeignet. Denn sie verbessern die Erschließung und entlasten gleichzeitig das Stadtzentrum. Ferner muss jetzt die Planung für die von uns vorgeschlagene U9-Spange vorangetrieben werden, damit unsere U-Bahn auch im nächsten Jahrzehnt leistungsfähig bleibt, im Interesse der gesamten Region München.“

mm

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Amidou floh aus Todesangst - doch der Schwulenhass holt ihn ein
Amidou floh aus Todesangst - doch der Schwulenhass holt ihn ein

Kommentare