Neuer Machtkampf in der SPD

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Roland Fischer (49)

München - Vize Roland Fischer (49) will Hans-Ulrich Pfaffmann (55) den Vorsitz im Unterbezirk streitig machen – ein für den Großteil des Parteivolks unerwarteter Machtkampf an der Spitze!

Hans-Ulrich Pfaffmann (55) wollte sich als Münchner SPD-Chef in diesem Jahr schwerpunktmäßig da­rum kümmern, die Kandidatenkür für die OB-Wahl 2014 zu steuern. Vor kurzem schloss er deshalb eine eigene Kandidatur aus. Die Neuwahl der Vorstandschaft am 7. Mai schien nur eine Formalität. Nun will ihm plötzlich sein Vize Roland Fischer (49) den Vorsitz im Unterbezirk streitig machen – ein für den Großteil des Parteivolks unerwarteter Machtkampf an der Spitze!

Fischer, der 2009 im Münchner Westen für den Bundestag antrat und gegen den CSU-Hardliner Hans-Peter Uhl verlor, möchte seine Bewerbung als „Kandidatur für etwas, nicht gegen jemanden“ verstanden wissen. „Die Partei muss ein bisschen enger zusammenrücken, wir brauchen mehr Dialog mit den Ortsvereinen, aber auch mit der Bevölkerung, Gruppen und Verbänden.“ Sein besonderes Steckenpferd sei „Wohnungs- und Mietpolitik“, so Fischer, der das Büro des Miesbacher SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel leitet. Seit „geraumer Zeit“ habe er sich den Schritt überlegt und glaubt nun, „relativ viel Zustimmung“ bei den Genossen zu erkennen. Der Ausgang der Abstimmung sei „relativ offen“.

Pfaffmann, der 2009 Franz Maget im Amt folgte, räumt dem Konkurrenten wenig Durchschlagskraft ein: „Ich sehe der Wahl gelassen entgegen.“ Der 55-jährige Landtagsabgeordnete „weiß nicht, was Roland Fischer“ zu seiner Kandidatur treibt – die natürlich dessen gutes Recht sei: Fischer sei ja seit 2009 Vize, und habe „alle Möglichkeiten gehabt, Vorschläge zu machen“. In der Tat ist die Möglichkeit einer Mitgliederbefragung zur OB-Kandidatenkür auf Anregung Fischers in die Statuten aufgenommen worden, wie der stolz berichtet.

Den Ehrgeiz, selbst bei der OB-Wahl anzutreten, habe Fischer „definitiv nicht“. Über die Frage einer erneuten Bundestagskandidatur 2013 habe er nachgedacht, sei aber noch zu keinem Schluss gekommen. Ein SPD-Kandidat habe nur bei einem guten Platz auf der Landesliste realistische Aussichten auf ein Ticket nach Berlin. 2009 hat’s keiner geschafft. Fischer kümmert sich trotzdem um Wünsche der Münchner an den Bund – als Mitarbeiter von Klaus Barthel, der die Landeshauptstadt mitbetreut.

Barbara Wimmer

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