MVG stellte neue Linie 101 vor

Neuer Mini-Bus für die Altstadt

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Mit solchen gekürzten und gelenkigen Minibussen will die MVG um die engen Altstadtecken kurven.

München - Lob von allen Seiten für den neuen Fahrplan der MVG für U-Bahn, Bus und Tram. Außerdem wird es eine weitere Neuerung geben. Durch die Altstadt fährt in Zukunft ein Minibus.

Das Rathaus jubiliert: Alle Parteien loben den neuen Fahrplan für U-Bahn, Bus und Tram ab Dezember, den die MVG im Stadtrat vorgestellt hat. Rot-Grün schwärmt vom „besten Angebot seit Jahren“. Selbst MVG-Kritiker Georg Kronawitter (CSU) ist baff: „Dass ich das noch erleben darf …“

Neben dichteren Takten und größeren Fahrzeugen gibt es eine echte Neuheit: Durch die Altstadt soll zum ersten Mal ein Bus fahren – und zwar ein wendiger Citybus, der noch kürzer ist als die bisherigen kleinen Fahrzeuge. Diese Linie 101 richtet sich vor allem an Senioren und Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, aber trotzdem im Herzen der Stadt einkaufen oder zum Arzt wollen. „Der Citybus ist die logische Antwort auf die Ausdehnung der Fußgängerzone“, sagt MVG-Chef Herbert König.

Alle zehn Minuten sollen die Busse das Sendlinger Tor über Oberanger und Sparkassenstraße mit dem Altstadtring verbinden. Der Jakobsplatz, für den bei der U-Bahn-Planung einmal eine eigene Station vorgesehen war, aber etwa auch das Platzl mit Hofbräuhaus & Co. bekommen Anschluss an den Nahverkehr!

Allerdings wird der Bus noch vor der ersten Fahrt Verspätung haben: Linienführung und Haltestellen sind noch umstritten – KVR, Planungsreferat und Polizei lehnen die Strecke sogar ab, weil es an Viktualienmarkt und in der Sparkassenstraße zu eng zugehe. Die Politik sieht das nicht so. Alle Parteien unterstützen den Plan, wollen aber weiter diskutieren. Die Grünen schlagen zum Beispiel vor, auch das Hackenviertel entlang der Fußgängerzone anzufahren. Darum dürfte die Linie erst im Frühjahr 2014 starten. Die Busse sind noch nicht bestellt.

Dichterer Takt und mehr Platz bei U-Bahn, Bus und Tram

Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll es fast fünf Prozent mehr U-Bahn, Bus und Tram geben: Die MVG verbessert ihr Angebot um 3,6 Prozent, die Stadt legt auf eigene Rechnung ein Prozent drauf. „Die größte Ausweitung seit elf Jahren“, sagt MVG-Chef König. Andere Städte stritten über Kürzungen. Die Neuigkeiten:

Bus: Neben dem Citybus gibt es zwei weitere neue Linien: Der Express-Bus X30 bildet fast einen Südring auf Rädern zwischen Sendling, Giesing und Haidhausen und hält nur an U-Bahn-Stationen. Mit der neuen Uni-Linie 153 pendeln die Studenten schnell zwischen Standorten von LMU, TU und FH.

U-Bahn: Erstmals gibt’s einen 2-Minuten-Takt in der Stadt – zunächst auf den Linien U1/2/7 zwischen Hauptbahnhof und Kolumbusplatz. Auch im Norden der U2 fahren mehr Bahnen. Die neue Bezeichnung U8 gibt’s für Zusatzzüge, die nur samstags von Sendlinger Tor bis Olympiazentrum fahren.

Tram: Auf fast allen Linien kommt der 10-Minuten-Takt bis 22 Uhr („Takt 10 bis 10“) – statt bisher 20 Minuten. Einzelne Linien werden verstärkt.

David Costanzo

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