Bis zu fünf Jahre Haft

Neues Gesetz gegen Stalker: Münchner CSU-Politikerin berichtet über schlimme Erfahrungen: „Macht mir Angst“

CSU-Politikerin Tina Pickert (36) wurde Opfer von Stalking
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CSU-Politikerin Tina Pickert (36) wurde Opfer von Stalking

Ein neues Gesetz soll vor Stalkern schützen: Die Polizei darf Täter in Sicherungshaft nehmen, ihnen droht bis zu fünf Jahren Haft. Eine Münchner CSU-Politikerin schildert ihre Erfahrungen.

  • Am 1. Oktober tritt ein neues Gesetz gegen Stalking in Kraft
  • Täter droht jetzt Sicherungshaft und fünf Jahre Knast
  • Eine CSU-Politikerin hat ihre schlimmen Erfahrungen im Netz geteilt

Für Tina Pickert (36) war die Sache kein Spaß: Ein Mann schickte ihr etliche Nachrichten und sogar Päckchen mit seltsamen Flüssigkeiten. „Wenn ich abends nach Hause komme, weiß ich nicht, ob du bei mir im Flur stehst, das macht mir Angst“, berichtete die CSU-Politikerin im Netz. Gegen ihren Peiniger ging die Münchnerin dann sogar in die Offensive: „Hey Stalker“, schrieb Pickert auf Facebook, „ich möchte nicht, dass du ständig vor meiner Tür stehst und bei mir klingelst. Ich möchte keine Nachrichten auf Facebook von dir. Ich kenne dich nicht und ich fühle mich unwohl und unsicher.“

München: Neues Gesetz schützt Bürger vor Stalkern

Die Aktion schlug hohe Wellen - und machte vor allem anderen Stalking-Opfern Mut. Sie werden sich freuen, dass ab morgen, dem 1. Oktober, nun ein neues Gesetz in Kraft tritt, das Stalker in die Schranken weist. Laut Bayerns Justizminister müssen Täter ab sofort mit härteren Strafen rechnen. „Künftig sind bei besonders schweren Fällen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren und eine schnellere Sicherungshaft möglich. „

Der Stalker vor der eigenen Haustür: In München sind die Verbrechenszahlen stark angestiegen

Justizminister Eisenreich: „Wir müssen Stalkern frühzeitig Grenzen setzen.“

Eisenreich weiter: „Es ist gut, dass Berlin damit unser bayerisches Konzept aufgegriffen hat. Wir müssen Stalkern frühzeitig Grenzen setzen, um die Opfer besser zu schützen.“ Zugleich wurden auch die Voraussetzungen für eine Verurteilung wegen Stalkings gesenkt. Die Justizministerkonferenz hatte sich bereits im vergangenen Herbst auf Initiative des Freistaats für eine weitere Reform des Stalking-Paragrafen 238 Strafgesetzbuch eingesetzt.

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (50, CSU) begrüßt das neue Gesetz gegen Stalking

Stalking: Zahlen in München seit 2016 angestiegen - Landeskriminalamt warnt: „Hohe Dunkelziffer“

Inzwischen werden immer mehr Stalking-Fälle in Bayern aufgedeckt. Von 2016 bis 2020 ist die Zahl der Nachstellungen laut Landeskriminalamt von 1260 auf 1742 Fälle gestiegen. Dazu komme eine „hohe Dunkelziffer“. Es gibt auch mehr verurteilte Stalker (überwiegend Männer) – im Jahr 2019 waren es 103 Täter (43 mehr als im Vorjahr). Minister Eisenreich kündigt an: „Gewaltschutz hat in Bayern Priorität. Deshalb lassen wir die Opfer nicht allein und setzen uns weiter für Verbesserungen ein.“

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