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Airport-Express kommt – aber frühestens 2017

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Die West-Trasse mit Kosten von 2,015 Milliarden Euro und die Zentral-Trasse (2,470 Milliarden Euro) wären deutlich teurer geworden als die Ost-Trasse (1,44 Milliarden Euro). Zusätzlich werden für eine bessere Regional- und Fernbahnanbindung unter anderem ­Anschlusskurven in Pasing und Neufahrn gebaut. Der Erdinger Ringschluss ist nicht mehr auf der Grafik dargestellt. © tz

München - Nach dem Aus für den Transrapid soll der Flughafen München nun per Express-S-Bahn sowie Regional- und Fernzügen am die Landeshauptstadt angebunden werden.

Der Münchner Flughafen wird endlich mit einer ­Express-S-Bahn schneller erreichbar sein! Vom Marienplatz fährt man künftig über Ostbahnhof und Johanneskirchen in 20 statt 40 Minuten zum Airport. Die Haken: Erstens rollen die neuen Express-Züge frühestens 2017. Zweitens: Weil der Freistaat auf die Untertunnelung einer vier Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Zamdorf und Johanneskirchen verzichten will, drohen langwierige Klagen. Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil kündigte gestern zudem an, dass erstmals auch Regionalzüge durch die geplante zweite Stammstrecke fahren werden. So soll der Fugger-Express aus Augsburg alle 30-Minuten als Express-S-Bahn zum Airport fahren.

Einem schneller zu realisierenden Flughafen-Express über die S-1-Strecke erteilte Verkehrsminister Martin Zeil gestern bei der Vorstellung des Flughafen-Gutachtens eine Absage. Die neue Express-Strecke führt – wie es die M-Express-Studie der Stadt München vorsah – über den Ostbahnhof und die S-8-Strecke zum Airport. Zeil: „ Für die Verbindung zwischen München und dem Flughafen empfehlen die Gutachter einen Flughafen-Express über die zweite Stamm­strecke und den Ost-Ast der S-8.“

In die Endauswahl der Strecken hatten es die West-Trasse (vierspuriger Ausbau Neulustheim-Neufahrn), die Zentraltrasse (Abzweig aus zweiter Stammstrecke vom Marienhof zur Münchner Freiheit, weiter auf der U-Bahntrasse und ab Garching Abzweigung nach Ismaning) – und die Ost-Trasse geschafft.

Für die Ost-Trasse müssen zwischen Daglfing und Johanneskirchen auf etwa vier Kilometern Länge neben den beiden S-Bahn-Gleisen zwei zusätzliche Gleise gebaut werden. Denn auf diesem Abschnitt sind die Gleise neben den S-Bahnen mit dem Güterverkehr vom Nordring belegt (ohne Güterverkehr könnte die Express-S-Bahn bereits jetzt realisiert werden).

Dieses Projekt ist mit 1,44 Milliarden Euro zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Euro billiger als die Alternativen. Allerdings ist hier der Ärger programmiert: Das Konzept der Stadt München sah eine Untertunnelung der S-Bahn im Neubaubereich vor. Kosten: 440 Millionen. Der Freistaat will jedoch oberirdisch bauen (Kosten: nur 175 Millionen Euro). Fragen nach einer Untertunnelung beantwortet Zeil so: „Man kann nicht alle Wünsche erfüllen“. Unisono fordern aber bereits jetzt die Münchner SPD-Stadtratsfraktion aber auch der CSU-MdL Markus Blume eine Untertunnelung. Hier scheint ein jahrelanger Rechtsstreit wahrscheinlich.

Mittelfristig soll der Airport direkt an den Regional- und Fernverkehr angebunden werden: Dafür werden u. a. Bahnschleifen in Pasing, Neufahrn und vom Flughafen zur Mühldorfer Strecke gebaut. Dann können ICE und Regionalzüge aus Ulm, Landshut und Salzburg am Airport halten.

Karl-Heinz Dix

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