Brauerei-Imperium wächst und wächst

Prost, Chicago! Neues Hofbräuhaus eröffnet

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Von außen ein Hingucker: das Hofbräuhaus in Chicago.

München - Cheers, USA! Das Original steht zwar am Platzl – aber das Hofbräu-Imperium wächst und wächst. Im März eröffnet ein Hofbräuhaus in Chicago mit Brauerei!

Exportschlager Hofbräu: Fast die Hälfte des Gesamtabsatzes von 300 000 Hektolitern wird außerhalb Deutschlands getrunken, Tendenz steigend. Mit dem Hofbräuhaus Chicago Rosemont bei Chicago entstand weltweit das siebte lizensierte Hofbräuhaus. 2000 Quadratmeter ist das Wirtshaus groß, 1000 Gäste haben Platz, davon 200 im Biergarten. Drei erfahrene Chicagoer Gastronomen führen die Wirtschaft.

Damit ein Wirtshaus offiziell Hofbräuhaus heißen darf, muss es strenge Auflagen erfüllen (siehe unten). „Es muss unser Konzept übernehmen – von der Einrichtung bis zur Speisekarte“, sagt Hofbräu-Sprecher Stefan Hempl. 180 Angestellte stemmen den Betrieb, 135 davon arbeiten im Service – und in Tracht. Auf der Speisekarte steht, was auch in München schmeckt: Vom Schweinsbraten über Obazdn und Grillhendl bis zum Apfelstrudel. Die Amerikaner stehen vor allem auf wilde Kombinationen wie Weißwürste mit Sauerkraut oder vom Grill – und lieben die „Pretzls“, unsere Brezn (werden original importiert, wie Krüge, Sonnenschirme und Biergartenbestuhlung).

Täglich gibt’s Livemusik, die Kapellen werden gebucht und bleiben je vier Wochen. Alle Biere werden in der eigenen Gasthausbrauerei gebraut, Hopfen und Malz sind aus Deutschland. „Unser Braumeister aus München war wochenlang in Chicago, um die ersten Sude anzusetzen und seine US-Kollegen einzuarbeiten“, sagt Hempl.

Momentan läuft das Hofbräuhaus Chicago noch im Testbetrieb. Am 18. März wird der Bürgermeister von Rosemont, Bradley Stephens, das erste Fass anzapfen, Hofbräu-Direktor Dr. Michael Möller und USA-Exportmanager Rudi Seider reisen für die Eröffnung aus München extra an.

Weitere Großprojekte sind bereits in Planung: In den USA will Hofbräu schon bald drei weitere Ableger eröffnen, außerdem einen in Brasilien.

Das sind die Auflagen

Um sich offiziell Hofbräuhaus nennen zu dürfen, müssen die Wirtshäuser strenge Auflagen erfüllen. Die Stadt muss mehr als eine Million Einwohner zählen, die Anzahl der Sitzplätze muss über 500 liegen. In einem Handbuch steht zudem, wie die Einrichtung aussehen muss, von der Wandvertäfelung bis zu den Bänken. Auch die Mitarbeiter-Bekleidung, die Speisekarte und das Musik-Konzept sind genau festgelegt. Zehn bayerische Gerichte sind ein Muss! Das Bier wird entweder importiert oder nach dem Lizenzbrau-Verfahren vor Ort gebraut. Als staatliche Brauerei geht Hofbräu mit den Lizenzbetrieben übrigens kein Risiko ein: Sämtliche Kosten trägt der Investor – inklusive der Lizenzgebühr für das Verwenden des Markennamens.

In diesen Städten gibt es schon Ableger

Pittsburgh (USA): Wurde 2009 in einer alten Fabrik eröffnet - am ersten Tag warteten Gäste bis zu drei Stunden!

Las Vegas (USA): Hier heiratete 2009 sogar die Schwester von Dirk Nowitzki.

Newport (USA): Der erste Ableger in den USA entstand vor zehn Jahren.

Jianying (China): In dem 2003 eröffneten Haus reservieren vor allem internationale Firmen

Shanghai (China): Hier isst der Gast am liebsten gemischte Würstel (ca. 14 Euro)

Dubai:Das Hofbräuhaus in Dubai liegt im Marriott-Hotel. Die Gäste: zum Großteil Einheimische.

Christina Schmelzer

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