Neues Konzept: Die Schrannenhalle soll sich öffnen

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„Mitten im Stadtzentrum so eine Katastrophe“: Der neue Pächter will die Schrannenhalle attraktiver machen.

München - Nach dem Hin und Her um die Schrannenhalle will ihr neuer Besitzer sie mit einem neuen Konzept beleben: Hans Hammer will sie in den Viktualienmarkt integrieren. Im April beginnt der Umbau.

Wenn der Viktualienmarkt der „Bauch Münchens“ ist - was ist dann die Schrannenhalle? Bislang eine Art Wurmfortsatz, mit dem niemand so recht etwas anzufangen wusste und der auch noch anfällig für entzündliche Diskussionen war. Das Einzige, was hilft: beschneiden. Etwas in der Art hat der neue Eigentümer vor. Die Schranne soll so transparent wie möglich und zu einem Durchgang von der Altstadt ins Gärtnerplatzviertel werden. Hans Hammer, Vorstand der Hammer AG, hat inzwischen einen umfassenden Therapieplan für das Schrannenkonzept entwickelt. Nachdem er seinen Übernahmekonkurrenten Günther Karl im Sommer überboten und das Erbbaurecht übernommen hatte, überlegt sein Team, wie es mit den Schrannenhalle weitergehen könnte.

Eins ist laut Hammer klar: „Was da gerade veranstaltet wird, also diese Outlet-artigen Schlussverkäufe und Partys, das entspricht überhaupt nicht unseren Vorstellungen.“ Hammer, Münchner in der dritten Generation, geht noch weiter: „Es kann nicht sein, dass wir mitten im Stadtzentrum so eine Katastrophe haben.“

Noch gebe es zwar „viele Unbekannte“, aber sowohl an der Architektur als auch am Nutzungskonzept wird sich Grundlegendes ändern. Hammer will die Schranne ab 1. April, also wenn der jetzige Mietvertrag mit Günther Karl ausläuft, umbauen. Viele Türen wird sie bekommen, so dass sie im Sommer komplett, im Winter zumindest teilweise offen ist. Das umliegende Gelände soll besser in den Viktualienmarkt integriert werden und Sitzmöglichkeiten bieten. Innen werden sowohl der Pschorr-Balkon als auch das Treppenhaus abgerissen. „Wir wollen eine flächige und einheitliche Gestaltung.“

Insgesamt schwebt Hammer eine Handelshalle vor, die in drei Bereiche unterteilt ist. Herzstück ist der mittlere Teil, in dem acht bis zehn große Stände einen Markt für bis zu 40 kleinere Händler ergeben. Eine Konkurrenz zum Viktualienmarkt solle aber nicht entstehen. „Die Idee ist, das wir hier ganz spezielle Produkte anbieten. Ein Stand wird zum Beispiel nur Schinken aus Parma haben, ein anderer ausschließlich Essig.“

Die Ausnahme ist, wenn ein Viktualienmarkthändler von draußen nach drinnen wechseln will. Anfragen hat Hammer bereits. Den südlichen Teil wird Michael Käfer mit seinen Delikatessen besetzen. Eine eigenständige Gastronomie wird es nicht geben, allerdings Häppchen zum Sofortessen. „Stellen Sie sich ein frisches Brot vor, das gerade aus dem Ofen kommt. Das können Sie sich belegen lassen und natürlich gleich essen.“ Käfer wird außerdem an einigen Abenden in der Woche einen Restaurantbetrieb anbieten. Die Stände werden allerdings grundsätzlich um 20 Uhr schließen.

Der nördliche Teil ist noch in der Entwicklung. Er soll zum weitläufigen Antrittsbereich ins Untergeschoss werden, das im Zeichen von „Design und Esskultur“ steht. Hier möchte Hammer Deko-Artikel, Geschirr und Design-Objekte verkaufen. Bleibt noch das Thema Kultur, das Hammer von Anfang an als elementaren Bestandteil seines Konzeptes vorgestellt hat. Bislang ließ er nur das Stichwort „Jazz-Matinee“ fallen und bittet darauf zu vertrauen, „dass wir uns nicht nur mit Ess-Kultur zufrieden geben werden“.

60 Interessenten haben sich schon bei Hammer gemeldet. Wenn alles klappt, dann soll die neue Schrannenhalle kurz vor der Wiesn 2011 eröffnet werden.

Katharina Fuhrin

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