Lebenshilfe feiert mit riesigem Kunstwerk 60. Geburtstag

Die Wand der Menschlichkeit - Mega-Kunstprojekt in Giesing

Ein Gesamtkunstwerk aus vielen Geschichten: An der Ecke Chiemgaustraße/ St.-Quirin-Straße leuchtet nun eine riesige Regenbogenblume.
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Ein Gesamtkunstwerk aus vielen Geschichten: An der Ecke Chiemgaustraße/ St.-Quirin-Straße leuchtet nun eine riesige Regenbogenblume.

Giesing hat einen neuen Hingucker. An einer Hausfassade prangt nun ein riesiges Gemälde - mit einer besonderen Botschaft.

Giesing strahlt. Denn seit Freitag hat das Viertel einen neuen Hingucker – mit einer besonderen Botschaft. An der Ecke Chiemgaustraße/St.-Quirin-Straße ist eine Hausfassade bemalt. Dort scheint einem eine überdimensionale Regenbogenblume mit leuchtender Blüte entgegen. Von der Ferne betrachtet, ist das Bild ein großes Ganzes. Wer sich dem Gemälde nähert, wird feststellen, dass viele Details drinstecken.

Das Kunstprojekt „Permanus“ ist nämlich ein Gesamtkunstwerk aus dutzenden einzelnen Geschichten. Die stammen von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Lebenshilfe München und deren Nachbarn.

Das wandbild hat eine ganz bestimmte Botschaft

Die Botschaft erklärt Martin Blumöhr. Er ist Künstler und hat das Projekt geleitet, an dem über 60 Menschen mitgewirkt haben. „Es geht ganz direkt darum, in Zeiten, in denen wir uns immer mehr isolieren und voneinander abwenden, ein Zeichen der Gemeinschaft und ein leuchtendes Symbol für das Grundgesetz zu schaffen“, sagt Blumöhr. Getreu Paragraf eins: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Zwei treibende Kräfte: Künstler Martin Blumöhr (li.) und Andrea Siemen von der Lebenshilfe München.

Mit dem Gemälde hat die Lebenshilfe sich selbst und der Öffentlichkeit ein Geschenk gemacht. Vergangenes Jahr wurde sie 60, konnte coronabedingt aber nicht feiern. Das wurde nun nachgeholt. „Das Kunstprojekt ist ein Beispiel für inklusives, künstlerisches Miteinander und hat eine Strahlkraft nach außen“, sagt Andrea Siemen, Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe. Sie blickt zurück: Der ursprüngliche Elternverein mit zwölf Personen hat heute über 1000 Mitglieder und über 500 Beschäftigte. „Wir stehen nach wie vor hier, als Einrichtung, die Menschen mit geistiger Behinderung bedarfsgerecht begleitet und unterstützt – genauso wie die Angehörigen“, sagt Siemen. Mit einer ganzen Wand als Symbol dafür.

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