Die tz stellt drei umgebaute Läden vor

Neues Leben in Schlecker-Filialen

München - Einige Betreiber haben sich schon eine der leerstehenden Schlecker-Filialen geschnappt und in Windeseile renoviert. Die tz stellt drei Läden mit neuen Besitzern vor.

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Aus und vorbei für Schlecker – nach 37 Jahren ist der Drogerie-Riese mit seinen knapp 70 Filialen nach und nach aus München verschwunden. In den letzten Wochen gingen auch die letzten Zahnbürsten, Waschmittel und Grußkarten um bis zu 90 Prozent billiger über den Tresen. Doch was wird jetzt aus den Verkaufsflächen, die meist an beliebten Standorten liegen?
Die Nachfrage bei den jeweiligen Vermietern und Hausverwaltungen ergibt: Viele Geschäfte sind noch nicht wieder vermietet. Nur vereinzelt steht schon fest, wer in Zukunft in den ehemaligen Schlecker-Filialen verkaufen wird. In der Zielstattstraße 10 in Obersendling zieht beispielsweise der Textildiscounter NKD ein – momentan wird noch umgebaut.

Einige Geschäfte waren schneller, haben sich eine Filiale geschnappt und in Windeseile renoviert. Die tz stellt drei Läden mit neuen Besitzern vor.

C. Lewinsky


Asmarino-Beauty Shop

Hier drin sieht’s aus wie im Schlecker? Kein Wunder: Der Asmarino-Beauty Shop (Hermann-Lingg-Straße 6) ist in den alten Schlecker gezogen – Einrichtung, Regale, Boden und Wände sind die alten.

Cremes, Lebensmittel, Süßigkeiten, Handykarten – der Shop gleicht einem Mini-Supermarkt. Auch Internet-PCs stehen zum Surfen bereit. Am 1. Juni war Eröffnung. Umbauzeit: zwei Wochen. „Die Regale sind gut erhalten, sogar die Kasse haben wir übernommen“, sagt Besitzerin Semira Nurhussen (40). Mit ihrem Mann führte sie den Laden vorher in der Schillerstraße, der Mietvertrag lief aus. „Da haben wir die Vermieterin von diesem Schlecker angerufen und sofort den Zuschlag erhalten.“

Trachten Angermaier

Weibliche Fans von Dirndl und Lederhosen dürfen jubeln! Bei Trachten Angermaier im Rosental 10 wartet ab Freitag ein neues Trachtenparadies für Damen. Die tz durfte sich schon vorab umschauen: Wo’s früher im Schlecker Blasenpflaster für durchtanzte Wiesnnächte gab, hängen jetzt auf 300 Quadratmetern fesche Dirndl, Mieder, Hüte und Charivaris.

In vier Wochen Rekordzeit hat Trachten Angermaier den Laden umgebaut: „Das war rasant schnell! Tag und Nacht haben die Jungs geschuftet“, sagt Geschäftsführer Axel Munz.

Seit genau zehn Jahren bietet Angermaier im Herzen der Stadt seine Tracht an – die erweiterte Filiale ist ab jetzt genauso groß wie der zweite Standort an der Donnersbergerbrücke. Die Herren- und Kinderkollektion findet im bisherigen Angermaier nun auf zwei Ebenen Platz.

Seit es bei der Schlecker-Kette kriselte, hatte Munz ein Auge auf die Filiale. „Mein Ziel war, dass wir in der zentralsten und, wie ich finde, schönsten Stadtlage, unsere Präsenz verstärken.“ Als Schlecker dicht machte, unterschrieb der Trachtenkönig sofort den Mietvertrag für die neuen Räume.

Statt enger Regalgänge wie im Drogeriemarkt lädt das Trachtengeschäft mit großzügiger Verkaufsfläche zum Shoppen ein. Highlight: Der Verkaufstresen ist aus echtem Hirschleder. Auch für die strapazierten männlichen Begleiter ist gesorgt: An der Sektbar aus Holz gibt’s Abkühlung. Und bis zur Eröffnung am Freitag wird noch das letzte Schlecker-Schild über dem Eingang abmontiert.

Sport Springer

„Ja wo is’n jetzt der Schlecker hin?“ fragt mancher Kunde den neuen Ladeninhaber Daniel Biberger (25) verwirrt. Seit Anfang Juni stehen in dem Geschäft in der Blutenburgstraße 87 Hockey-Schläger, Helme und Trikots in den Regalen. Von Shampoo und Spülmittel keine Spur mehr.

Aus Schlecker wird Sport Springer, nichts erinnert an den alten Drogeriemarkt: Daniel Biberger hat alles renoviert – in Rekordzeit: „In vier Wochen war alles fertig.“ Als die Renovierung begann, standen auf den 216 Quadratmetern noch die alten Schlecker-Regale.

Zur Hilfe kamen ihm fleißige Hände: Freunde haben den Laminatboden verlegt, die Schwester war für’s Streichen der Wände zuständig. Mama Petra kümmerte sich um die Details.

Im hinteren Teil des Sportgeschäfts hat der Münchner ein paar Wände hochgezogen und darin ein kleines Büro eingerichtet. Noch ist nicht alles fertig: Im Keller entsteht gerade eine Skiwerkstatt. Biberger freut sich über die neue Filiale: „Schon traurig, dass durch die Insolvenz viele Schleckermitarbeiter arbeitslos wurden. Aber andererseits: Des einen Freud, ist des anderen Leid.“

Rubriklistenbild: © Götzfried

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