Das ist das neue P1

München - Noch 12 Tage, dann ist die P1-lose Zeit vorbei. Am 21. Oktober eröffnet der komplett renovierte Edel-Club nach einjährigem Umbau wieder. Wir zeigen Ihnen das neue P1.

Anders, kleiner, exklusiver, besser. „Back to the roots“ ist die Devise von Franz Rauch für sein Club-Baby, das er mit Michael Käfer in den letzten 25 Jahren zur prominentesten deutschen Club-Marke aufbaute.

Weg von Disco-Theater und Großraum-Flair, statt dessen soll der Gast von jeder Position wie in einer Arena den Blick übers ganze Lokal haben. In der Mitte die abgesengte Tanzfläche aus schwarzem Carrara-Marmor, aus einem Block geschnitten, rings herum Bars und Logen für die ausgesuchte Kundschaft, dahinter ein Rundlauf fürs Fußvolk.

"Biesel-Wald" & Getränketresor: Das ist das neue P1

"Biesel-Wald" & Getränketresor: Das ist das neue P1

„In zu sein ist eine momentane Erscheinung, der Beste zu sein, eine Kunst.“ Dieses Zitat von Alecco, der den Club in den 60er Jahren, – damals noch im Ostflügel – führte, ziert den Bauzaun, hinter dem noch heftig gearbeitet wird. Für diese Kunst haben die P1 Gesellschafter Käfer und Rauch seit letztem Jahr rund drei Millionen Euro in die Hand genommen, einschließlich des Gastspiels in der Ausweich-Location „Theatersaal“ oben im Haus der Kunst.

Die Besten zu sein, das soll sich nicht nur auf die exklusive Ausstattung mit einem Soundsystem, das vom Fraunhofer Institut und Bose nur für das P1 entwickelt wurde, Tresor für die Gäste-Flaschen, eigenem VIP-Eingang und aufwändigsten Lichtspielen beziehen – „die Hardware“ wie Franz Rauch sagt –, sondern auch auf die Software, die Mitarbeiter. Die werden dieser Tage diverser Schulungen unterzogen, um dem Gast den perfekten Abend zu bereiten.

Einige neue Crew-Mitglieder sind dazu gekommen, einige alte mussten gehen. „Ich vergleiche das mit dem Fußball“, sagt Löwen-Fan Franz Rauch, „jeder muss sich immer wieder neu anbieten und beweisen, Stammplätze wird es nicht auf Ewigkeit geben.“

Was auch für die Gäste gilt: „Die Karten werden neu gemischt“. Manch Stammgast dürfte nun wieder draußen bleiben – immerhin ist das P1 „reloaded“ nur noch gut halb so groß wie das ursprüngliche –, neue werden dazu kommen. Dafür soll in erster Linie Kata Uhr sorgen, die neue Türsteherin. Ihr Auftrag: eine Mischung zu finden, „für die das P1 lange Zeit bekannt war, wo der Punker neben dem Banker steht und die beiden nichts anderes verbindet als vielleicht das gemeinsame Gespräch und die gemeinsame P1-Nacht“, so Rauch.

Kann aber auch sein, dass die beiden schon in der Toilette nicht mehr aufeinander treffen. Zwei stille Örtchen für die VIPs wird es geben, eine gar mit Dusche, zwei XXL- und sechs weitere Kabinen in einer Unisex-Toiletten-Anlage samt „Darling-Frivol-Shop“, die größer ist als so mancher Münchner Szene-Club. Absoluter Hingucker dort ist allerdings der „Biesel-Wald“, Baumstämme, die durch die Decke wachsen und an deren Fuß Edelstahl-Urinale angebracht sind.

Neben dem Haupt-Club gibt es noch eine etwas kleinere Bar mit Kamin und schweren Leder-Möbeln, die aber bei etwas weniger Andrang auch als Club genutzt werden soll. Zwischen beiden hat das Grünwalder Restaurant Chang eine kleine Küche eingerichtet, aus der künftig Asia-Food serviert wird, dazu kommt noch eine Pizza- und Kaffe-Bar im Club. Alles in schwarz, anthrazit und weiß, den klassischen P1-Farben.

Gedruckte Getränke-Karten wird es übrigens nicht mehr gaben, stattdessen reicht das Service-Personal dem Gast einen I-Pad mit dem Angebot und nimmt die Bestellung auf dem I-Phone auf. Und es verdichtet sich das Gerücht, dass Präsidenten-Sohn Pierre Sarkozy als DJ am 21. Oktober den Tanz im neuen P1 eröffnet. Wer ko, der ko.

Thomas Oßwald

Rubriklistenbild: © Bodmer

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