Freistaat baut neues Strafjustizzentrum

Hier ziehen Münchens Richter ein

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Das neue Justizzentrum soll 2019 eröffnen.

München - Am Leonrodplatz soll ein modernes Strafjustizzentrum entstehen, das in Bayern seinesgleichen sucht. Wir stellen Ihnen die Pläne vor:

Das Strafjustizzentrum in der Nymphenburger Straße hat es durch das Chaos im Vorfeld des NSU-Prozesses zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht. Der für den Mammutprozess viel zu kleine Sitzungssaal A 101 ist nur ein Beispiel dafür, wie veraltet der 70er-Jahre-Bau nahe des Stiglmaierplatzes mittlerweile ist. Deshalb baut der Freistaat am Leonrodplatz (Neuhausen) ein neues Justizzentrum.

Laut Justizministerin Beate Merk (CSU) soll ein modernes Gerichtsgebäude entstehen, das in Bayern seinesgleichen sucht. Doch eine wichtige Sache wurde schon wieder vergessen: ein großer Gerichtssaal! Im Entwurf des Münchner Büros „Frick Krüger Nusser Plan2 Architekten“ ist keiner der 40 Säle größer als A 101 in der Nymphenburger Straße. In der Ausschreibung wurde ein solcher Raum auch nicht verlangt. Dem Justizministerium ist die Panne inzwischen aufgefallen: „Wir müssen uns Gedanken machen, ob man vielleicht zwei Säle baut, die man bei Bedarf in einen umwandeln kann“, so Ministerin Merk. Außerdem beginnt im Juli der Bau eines großen Hochsicherheitsgerichtssaals im Gefängnis Stadelheim. Dieser soll als Satellit zum Neubau fungieren, um schwierige Gefangenentransporte zu Verhandlungen in der Innenstadt zu vermeiden. Der Saal soll 2016 fertig sein.

In das Strafjustizzentrum am Leonrodplatz werden die Richter und 1300 Mitarbeiter frühestens 2019 umziehen. Noch arbeiten Freistaat und Architektenbüro an der Feinplanung des Gebäudes. Markus Frick, Axel Krüger und Michael Nusser haben sich für eine kompakte Lösung aus weißem Beton und Glas entschieden. Ein Teil der zur Verfügung gestellten Fläche bleibt für andere Projekte frei. Damit konnten sie die Jury überzeugen und sich gegen 26 Mitbewerber durchsetzen. Ihr Gebäude ist in zwei Bereiche unterteilt: Im vorderen Teil kommen Amts- und Landgericht unter. Die hinteren Räume sind für die Staatsanwaltschaft reserviert und nicht öffentlich zugänglich. Vor allem der Sicherheitsaspekt hat bei der Planung eine wichtige Rolle gespielt. Deshalb gibt es einen zentralen Eingang, an dem Besucher kontrolliert werden. Für den Neubau gibt der Freistaat schätzungsweise 234 Millionen Euro aus. Um einen Teil der Summe wieder einzunehmen, soll das alte Gebäude an der Nymphenburger Straße verkauft werden.

Beate Winterer

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