Neues YouTube-Video

Abbiege-Unfälle vermeiden: Die Polizei gibt Tipps

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In einem neuen Video der Polizei wird ein Abbiege-Unfall nachgestellt.

München - Fast 1000 Verletzte und vier Tote: Das Abbiegen ist eine der größten Gefahren im Münchner Straßenverkehr. In einem YouTube-Video gibt die Polizei Tipps, wie Unfälle vermieden werden können.

Sabine W. wollte im Oktober vergangenen Jahres eigentlich nur von der Uni heim fahren. Mit dem Fahrrad war die junge Frau unterwegs. "Es war so schönes Wetter und ich wollte nach Hause, weil meine Mama für mich gekocht hat", wird sie mit brüchiger Stimme zitiert. "Aber dann kam der LKW von der Seite und hat mich angefahren".

Heute sitzt die junge Frau im Rollstuhl - eine Schauspielerin erzählt stellvertretend für sie ihre bewegende Geschichte in einem neuen YouTube-Video der Münchner Polizei.

Der Film "Abbieger - Augenblick bitte" soll auf eine der größten Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machen: Das Abbiegen. Allein im Jahr 2013 starben im Zuständigkeitsbereich der Münchner Polizei fünf Menschen in Folge von Abbiegeunfällen. Mehr als 1200 Menschen wurden verletzt. Insgesamt gab es im Jahr 2013 27 Unfalltote in München. Dazu zählen laut Polizei allerdings auch Suizide.

Heuer gibt es bislang vier Tote und fast 1000 Verletzte, erst am letzten Donnerstag starb in Haar ein 13-Jähriger.

Wie können solche Unfälle verhindert werden? Die Polizei hat einige Tipps zusammengefasst:

Immer noch viel zu selten praktiziert wird der Schulterblick beim Abbiegen. Außerdem weisen die Beamten darauf hin, dass nur gegenseitige Rücksichtnahme von Verkehrsteilnehmern untereinander zu weniger Unfällen führt. 

Auch gibt es einige technische Neuerungen, die helfen können. Im Video weist Unfallforscher Dr. Wolfram Hell vom Institut für Rechtsmedizin in München etwa darauf hin, dass spezielle Linsen an der Seitenscheibe eines Fahrzeuges angebracht werden können. Durch das Prinzip der Lichtbrechung können die Fahrer sozusagen "um die Ecke" schauen.

In Japan gebe es zum Beispiel gläserne Beifahrertüren, die entscheidend dazu beitragen könnten, Abbiegeunfälle zu verhindern. In Großbritannien müssten Lkw auf Baustellen mit Tote-Winkel-Erkennungssystemen ausgestattet sein. „Ein Lkw-Fahrer sieht einen Radfahrer nur Sekundenbruchteile“, sagt der Experte.

Unabhängig von allen technischen Neuerungen sollten Fußgänger oder Radfahrer, auch wenn sie "Vorfahrt" an einer Kreuzung haben, nach abbiegenden Autos oder Lastwagen Ausschau halten. Die Polizei empfiehlt, Blickkontakt mit dem Fahrer aufzunehmen - und ihm im Zweifelsfall zur eigenen Sicherheit auch mal die Vorfahrt zu überlassen.

wei/weg

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